27 April 2026, 12:41

Von Mondmenschen bis Börsen-Crashs: Wenn Hoaxes tödlich enden

Plakat für die Musical-Comedy "Runaways" aus dem New Yorker Casino, das eine Reihe von Menschen zeigt, von denen einer einen Blumenstrauß hält, und einen Text, der die Show beschreibt.

Von Mondmenschen bis Börsen-Crashs: Wenn Hoaxes tödlich enden

Falschmeldungen und Scherze haben immer wieder zu realem Chaos geführt – von finanziellen Verlusten bis hin zu öffentlicher Panik. Über die Jahrhunderte hinweg haben Medienhoaxes – ob absichtliche Streiche oder missglückte Witze – das Publikum in die Irre geführt, Märkte durcheinandergebracht und sogar zu Tragödien beigetragen.

Einer der frühesten großen Schwindel ereignete sich 1835, als die Zeitung The Sun eine Artikelserie veröffentlichte, in der behauptet wurde, Astronomen hätten Leben auf dem Mond entdeckt. Die Berichte beschrieben fledermausähnliche Humanoide und üppige Wälder – präsentiert als seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Geschichten lösten eine breite Debatte aus und untergruben zeitweise das Vertrauen in echte wissenschaftliche Berichterstattung.

1980 sendete ein Fernsehsender in Boston eine gefälschte Nachrichtensendung, in der behauptet wurde, der Great Blue Hill in Milton, Massachusetts, sei ausgebrochen. Die falsche Meldung löste Panik aus, überflutete die Notrufzentralen mit Anrufen und band unnötig Ressourcen.

1992 verängstigte die BBC mit ihrer Halloween-Sondersendung Ghostwatch – getarnt als live übertragene Geisterjagd – die Zuschauer durch ihre realistisch inszenierten übernatürlichen Ereignisse. Die Ausstrahlung führte zu massiver Verunsicherung, offiziellen Beschwerden und anhaltenden Kontroversen über die Auswirkungen auf Kinder.

Auch Unternehmensstreiche sind nach hinten losgegangen. 1996 schaltete Taco Bell ganzseitige Anzeigen, in denen behauptet wurde, man habe die Freedom Bell (Liberty Bell) gekauft – was nationale Empörung auslöste. Der National Park Service erhielt wütende Anrufe, bevor die Fast-Food-Kette den Aprilscherz aufdeckte.

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2004 gab sich ein Hochstapler als Sprecher von Dow Chemical aus und kündigte im BBC World-Programm an, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe von 1984. Die falsche Aussage ließ den Aktienkurs von Dow abstürzen, bevor der Schwindel aufflog.

Satirische Nachrichten haben mitunter ungewollte internationale Folgen gehabt. 2012 veröffentlichte The Onion eine fiktive Story, wonach ländliche weiße US-Amerikaner den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad gegenüber Barack Obama bevorzugten. Iranische Medien übernahmen die Meldung als echte Umfragedaten – was zu internationaler Verwirrung führte.

Sozialmedia-Hoaxes hatten bereits direkte finanzielle Auswirkungen. 2013 kaperten Hacker den Twitter-Account der Associated Press und verbreiteten eine gefälschte Meldung über Explosionen im Weißen Haus. Der Dow-Jones-Index brach kurzzeitig ein, bevor der Tweet als Fälschung entlarvt wurde.

Sogar Tech-Konzerne mussten für schlecht durchdachte Scherze Kritik einstecken. Googles Aprilscherz 2016, die Gmail-Funktion Mic Drop (mit einem GIF eines Minions, der ein Mikrofon fallen lässt), erlaubte Nutzern, E-Mail-Threads stummzuschalten – doch viele verschickten sie versehentlich in beruflichen Mails, sogar bei Bewerbungen. Die Funktion wurde nach Beschwerden schnell wieder entfernt.

Eines der düstesten Kapitel schrieb 2007 der Radiosender KGB-FM mit dem Wettbewerb "Halte deinen Urin für eine Wii", bei dem Teilnehmer aufgefordert wurden, exzessiv Wasser zu trinken, ohne auf die Toilette zu gehen. Der Streich endete mit einer Wasservergiftung und dem Tod einer Teilnehmerin.

Diese Vorfälle zeigen, wie leicht erfundene Geschichten – ob als Scherz, Werbegag oder Täuschung gedacht – reale Schäden anrichten können. Von Börsencrashs bis zu tödlichen Mutproben reichen die Folgen oft weit über die ursprüngliche Absicht hinaus und hinterlassen dauerhafte Spuren in öffentlichem Vertrauen und Sicherheit.

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