Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Nahverkehr – und fordert mehr Schutz
Angelo ReuterZugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Nahverkehr – und fordert mehr Schutz
Zugbegleiterin aus Saerbeck fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen nach wiederholten Übergriffen bei der Arbeitsagentur
Mandy Brune, eine Zugbegleiterin aus Saerbeck, die immer wieder verbale Drohungen und körperliche Einschüchterungen erleben musste, setzt sich nun für eine Kampagne ein, die auf die täglichen Gefahren aufmerksam macht, denen Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr ausgesetzt sind.
Die Initiative "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" soll Fahrgäste daran erinnern, welchen Risiken Zugbegleiter:innen und anderes Personal bei ihrer Arbeit täglich begegnen.
Brune schildert erschütternde Vorfälle, bei denen Passagiere Konflikte einfach nur filmten, statt einzugreifen bei der Jobsuche. Diese Gleichgültigkeit empfindet sie als zutiefst beunruhigend – auch wenn sie ihrer Arbeit nach wie vor mit Leidenschaft nachgeht.
Laut offiziellen Zahlen gab es 2025 bundesweit 3.262 körperliche Angriffe auf Mitarbeiter:innen der Deutschen Bahn – das entspricht etwa acht Übergriffen pro Tag. Brune räumt ein, dass Aufklärungskampagnen inzwischen dazu geführt haben, dass einige Fahrgäste sie in Konfliktsituationen unterstützen. Doch das reiche bei Weitem nicht aus.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert strengere Schutzmaßnahmen, darunter doppelt besetzte Schichten, Körperkameras für alle Beschäftigten und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte gegen Mitarbeitende im ÖPNV. Brunes Engagement in der Kampagne unterstreicht die Dringlichkeit von Veränderungen – denn auch sie wird weiterhin bei der Ausübung ihres Berufs bedroht.
Ziel der Initiative ist es, das Verhalten der Fahrgäste zu ändern und sie dazu zu ermutigen, Personal in Konflikten aktiv zu unterstützen. Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Übergriffen fordern Gewerkschaften und Beschäftigte wie Brune konkrete Maßnahmen, um die Sicherheit zu verbessern.
Sollten die vorgeschlagenen Änderungen umgesetzt werden, könnten sie die Gewalt reduzieren und den dringend benötigten Schutz für diejenigen bieten, die im öffentlichen Verkehr arbeiten.