22 February 2026, 08:59

Wie eine Flaschenpost aus 2015 eine vergessene Forschungstradition wiederbelebt

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Wie eine Flaschenpost aus 2015 eine vergessene Forschungstradition wiederbelebt

Eine Flaschenpost, die 2015 in den Atlantischen Ozean geworfen wurde, rückt eine alte wissenschaftliche Tradition ins Rampenlicht. Diese Praxis reicht Jahrhunderte zurück – selbst Christoph Kolumbus nutzte sie bereits 1493. Forscher verliesen sich einst auf treibende Flaschen, um Meeresströmungen zu kartieren und wertvolle Daten zu sammeln.

Die Tradition, Botschaften in Flaschen auf die Reise zu schicken, hat ihren Ursprung in der antiken Seefahrtsgeschichte. Kolumbus war 1493 die erste historisch belegte Persönlichkeit, die diese Methode anwandte, doch die Zwecke änderten sich im Laufe der Zeit. Manche Flaschen enthielten geheime Nachrichten und waren daher nicht ohne Erlaubnis zu öffnen.

Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen für Forschungszwecke im Ozean aus. Die Deutsche Seewarte, seine Nachfolgeorganisation, weitete das Projekt aus und ließ fast eine Million Treibflaschen in derselben Zeitspanne zu Wasser. Davon wurden etwa 30.000 – rund drei Prozent – wiedergefunden, vor allem an den Küsten des Nordatlantiks, darunter auf den Britischen Inseln, in Skandinavien und Nordamerika.

Eine der ältesten Flaschen, die von Australien aus unterwegs war, spülte nach drei Jahren in der Nähe von London an. Andere legten noch größere Distanzen zurück und schafften bis zu 24 Seemeilen pro Tag, wenn die Strömungen günstig waren. Für Wissenschaftler waren diese Flaschen wertvolle Instrumente, um die Bewegungen der Ozeane zu verfolgen und Daten zu sammeln.

2015 knüpften Jörg und Cornelia Wanke an diese Tradition an, als sie von der Star Flyer, einem Kreuzfahrtschiff, eine blaue Flasche ins Meer warfen. Die Flasche, deren Farbe sich mit dem Blau des Ozeans vermischte, enthielt eine einfache Notiz auf einem Blatt Papier. Ihre Botschaft trieb zwischen Madeira und Gran Canaria umher und wurde so Teil eines Erbes der ozeanischen Erforschung.

Die Praxis, Flaschenpost zu versenden, diente vielfältigen Zwecken – von der wissenschaftlichen Forschung bis hin zur geheimen Kommunikation. Zwar hat die moderne Technologie diese Methode weitgehend abgelöst, doch die Entdeckung von 2015 erinnert uns an ihre historische Bedeutung. Tausende Flaschen halfen einst dabei, die Ozeane der Welt zu kartieren, und hinterließen so einen bleibenden Eindruck in der maritimen Wissenschaft.