VRR verdoppelt Kurzstrecken-Preise – und schafft klassische Tickets ab
Angelo ReuterVRR verdoppelt Kurzstrecken-Preise – und schafft klassische Tickets ab
Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kündigt weitreichende Änderungen im Tarifsystem an
Ab 2026 werden die bisherigen Zweistufen-Tickets schrittweise abgeschafft, während sich die Preise für Kurzstrecken in benachbarte Städte von 3,60 Euro auf 7,80 Euro verdoppeln. Die Pläne stoßen bereits jetzt auf massive Kritik und sorgen für Bedenken hinsichtlich der Bezahlbarkeit.
Der VRR will die klassischen Zweistufen-Tickets durch digitale Alternativen ersetzen, etwa das neue „Eezy“-Ticket. Zwar soll die Umstellung die Tarifstruktur vereinfachen, doch gibt es von Fahrgastverbänden scharfe Proteste. Kritiker warnen, dass eine rein digitale Ticketlösung Menschen ohne Smartphone oder Internetzugang benachteiligen könnte.
Besonders hart trifft die Preiserhöhung Pendler auf kurzen Strecken: Eine Fahrt, die bisher 3,60 Euro kostete, wird künftig mit 7,80 Euro zu Buche schlagen. Der Verkehrclub Deutschland (VCD) zweifelt an, ob Mobilität für Vielfahrer auch in Zukunft noch erschwinglich bleibt.
Die geplanten Änderungen haben zudem die politische Debatte über die Ausrichtung des VRR neu entfacht. So wird inzwischen sogar der Verbleib Solingens im Verbund infrage gestellt, da lokale Verantwortliche die finanziellen Folgen für die Bürger abwägen.
Die Abschaffung der Zweistufen-Tickets und die Tariferhöhungen treten 2026 vollständig in Kraft. Fahrgäste müssen sich dann auf digitale Lösungen einstellen, während Politiker und Interessenvertreter weiter über die langfristigen Auswirkungen streiten. Die Preissprünge und die Sorge um Barrierefreiheit dürften in den kommenden Monaten die zentralen Themen bleiben.






