27 February 2026, 20:25

Tränen im Bundestag: Abgeordnete bricht Schweigen über sexualisierte Gewalt

Ein historisches Dokument, das den Prozess von Lord Baltimore gegen die Vergewaltigung von Sarah Woodcock und Elizabeth Griffinburg zeigt, mit Illustrationen von Menschen, Vorhängen und Text.

MP berichtet über eigene Erfahrung in Tränen - Tränen im Bundestag: Abgeordnete bricht Schweigen über sexualisierte Gewalt

Die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel brach im Bundestag in Tränen aus, als sie über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt im Alter von 17 Jahren sprach. Ihre ergreifende Rede fand Rückhalt bei Kollegen.

Gebel schilderte, wie sie von einer Person aus ihrer Schule in eine Wohnung gelockt worden war und sich plötzlich spätabends allein wiederfand. Weitere Details zum Vorfall nannte sie nicht, nutzte ihre Rede aber, um auf systemische Versäumnisse bei der Aufarbeitung solcher Straftaten hinzuweisen.

Sie kritisierte, dass in Deutschland zu viele Fälle sexualisierter Gewalt eingestampft und die Ermittlungen im Fall Jeffrey Epstein versäumt würden. Obwohl es drei Millionen Akten gebe, hätten deutsche Behörden keine als relevant für offizielle Untersuchungen eingestuft. Stattdessen seien lediglich journalistische Recherchen und Verbindungen zu dem deutschen Forscher Joscha Bach bekannt geworden.

Die Abgeordnete unterstützte Forderungen eines Opferverbands nach schärferen Strafen, besserer Betreuung für Betroffene und größerer öffentlicher Aufklärung. Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour dankte ihr später dafür, eine so persönliche und emotionale Schilderung in den Plenarsaal getragen zu haben.

Nach ihren Ausführungen wirkte Gebel sichtbar mitgenommen und erhielt sofortigen Beistand von Bünger. Der Moment unterstrich das Gewicht ihres Zeugnisses und den dringenden Appell nach Veränderung.

Gebels Rede setzte die deutschen Behörden unter Druck, die Defizite bei der Bearbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt zu beheben. Ihre Kritik an den ausbleibenden Ermittlungen im Epstein-Fall stand im Kontrast zu den Schritten, die im Ausland unternommen wurden. Die Reaktion des Bundestags signalisierte zwar eine Anerkennung der Dringlichkeit des Themas, konkrete politische Maßnahmen wurden jedoch nicht angekündigt.