13 June 2026, 04:23

Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg

Wasserstoff ersetzt Hochofen: Planungsvertrag für DRI-Anlage in Duisburg vergeben

Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg

Thyssenkrupps Stahlwerk in Duisburg durchläuft eine grundlegende Umstellung zur Reduzierung der Emissionen. Der Standort ersetzt seine Hochöfen durch eine Anlage zur Direktreduktion von Eisen (DRI) auf Wasserstoffbasis. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Wandel in der deutschen Stahlindustrie.

Die Erdarbeiten für die neue Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine vorzeitige Genehmigung erteilt worden war. Das Baugelände umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern, auf der mehr als 60 Gebäude und Einrichtungen entstehen sollen.

Die DRI-Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie betrieben und kann sowohl mit Erdgas als auch mit Wasserstoff arbeiten. Ab 2028 soll schrittweise Wasserstoff eingesetzt werden, bis 2029 ist der vollständige Betrieb mit Wasserstoff geplant. Bei voller Kapazität wird die Anlage jährlich etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen – das entspricht 5,6 Terrawattstunden.

Nach der Fertigstellung wird das Werk jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes heißbrikettiertes Eisen (HBI) produzieren. Das Projekt erhält Fördermittel in Höhe von 2 Milliarden Euro von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Die neue Anlage soll bei Betrieb mit grünem Wasserstoff bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Damit wird eine der größten Quellen industrieller Emissionen angegangen: Der deutsche Stahlsektor ist derzeit für rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich. Die Umstellung auf wasserstoffbasierte Produktion zielt darauf ab, die Umweltbelastung des Werks deutlich zu verringern.

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