26 February 2026, 22:25

Sexistische Fitness-Werbung in Bremen löst Empörung und Beschwerden aus

Eine Frau in einem Fitnessstudio führt eine Kniebeuge aus und hält dabei Hanteln, während im Hintergrund verschiedene Fitnessgeräte und Logos zu sehen sind.

Sexistische Fitness-Werbung in Bremen löst Empörung und Beschwerden aus

Eine neue Werbekampagne eines Fitnessstudios in Bremen hat wegen ihres sexualisierten Inhalts breite Kritik ausgelöst. Die Kette Wellyou veröffentlichte Videos und Plakate, auf denen trainierte, nackte Männer und Frauen beim Sport zu sehen sind – begleitet von provokanten Slogans. Sowohl in sozialen Medien als auch von lokalen Behörden wird die Kampagne als sexistisch und unangemessen verurteilt.

Zu den umstrittenen Sprüchen gehören etwa "Halt's Maul, heb den Hintern, mach die Beine breit" für Frauen und "Bis du endlich den größten hast" für Männer. Kombiniert mit den fast nackten Abbildungen der Trainierenden führten diese Botschaften zu Dutzenden offiziellen Beschwerden beim Deutschen Werberat. Auch die Landesfrauenbeauftragte Bremens bezeichnete die Anzeigen als sexistisch und unterstrich die Bedenken hinsichtlich ihrer Wirkung.

Wellyou verteidigt die Kampagne und bestreitet jede sexuelle Absicht. Das Unternehmen behauptet, die Werbung zeige lediglich die körperlichen Ergebnisse des Trainings – Kraft, Disziplin und Selbstbewusstsein. Doch es ist nicht das erste Mal, dass der Fitnessstudio-Betreiber für sexualisierte Werbestrategien in die Kritik gerät.

In Bremen können Bürger:innen anstößige Werbung bei der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten melden. Hält diese die Inhalte für inakzeptabel, kann sie die Entfernung der Plakate von öffentlichen Litfaßsäulen anordnen. Seit 2017 ist die Zahl der Beschwerden über sexistische Werbung in der Stadt rückläufig – ein Zeichen für ein gewachsenes Problembewusstsein, wo Grenzen überschritten werden.

Der Deutsche Werberat hat noch keine detaillierten Zahlen zu Rügen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die jährlichen Berichte, in denen über Beschwerdeentscheidungen informiert wird, erscheinen zwar im Frühjahr, enthalten aber derzeit keine spezifischen Angaben für dieses Jahr.

Die Kontroverse zeigt die anhaltende Debatte über Sexismus in der Werbung. Wellyous Kampagne stößt auf scharfe Kritik, da viele sie als objektivierend für Männer und Frauen gleichermaßen ansehen. Das Ergebnis der Beschwerdeverfahren wird entscheiden, ob die Anzeigen im Umlauf bleiben oder aus dem öffentlichen Raum verschwinden müssen.