18 June 2026, 12:29

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderlied 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Der Kinderreim „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft mit der Großen Pest von London oder dem Schwarzen Tod in Verbindung gebracht. Viele glauben, dass die Liedzeilen Symptome der Krankheit beschreiben. Historiker jedoch zweifeln an diesem Zusammenhang, da es an Belegen fehlt.

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Die früheste gedruckte englische Fassung des Reims erschien erst 1881 – lange nach den Pestepidemien des 14. und 17. Jahrhunderts. Dies wirft Zweifel an der historischen These auf. Eine 1883 veröffentlichte Version lautete „Ring a ring a rosie, / A bottle full of posie, / All the girls in our town / Ring for little Josie“ – ohne jeden Hinweis auf Pest oder Tod.

Der Reim existiert in zahlreichen Varianten, von denen manche keine düsteren Anspielungen enthalten. Die „Rosen“ könnten Freude statt Pestpocken symbolisieren. Forscher vermuten, dass er als Kinderspiel und Singreim im Deutschland des 18. Jahrhunderts entstand. Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich zu einem beliebten Gesellschaftsspiel unter Jugendlichen.

Die am weitesten anerkannte Erklärung besagt, dass es sich schlicht um ein harmloses Kinderspiel handelt. Die Pest-Theorie bleibt unbelegt und gilt als moderner Mythos. Wahrscheinlich diente der Reim vor allem der Unterhaltung – und nicht als historische Überlieferung.

Quelle