Revolutionäre Früherkennung: Kann ein Flashscore-Test Kartoffelkrebs stoppen?
Angelo ReuterRevolutionäre Früherkennung: Kann ein Flashscore-Test Kartoffelkrebs stoppen?
Neues Verfahren zur Früherkennung von Kartoffelkrebs zeigt vielversprechende Ergebnisse in deutschen Tests
Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben eine Methode entwickelt, die mithilfe flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) den Kartoffelkrebs frühzeitig nachweisen kann. Sollte sich das Verfahren bewähren, könnte daraus ein tragbarer Flashscore-Test für Landwirt:innen entstehen, der direkt auf dem Feld einsetzbar ist.
Kartoffelkrebs wird durch den Pilz Synchytrium endobioticum ausgelöst und führt zu blumenkohlartigen Wucherungen an den Knollen. Die widerstandsfähigen Sporen des Pilzes überdauern mehr als 40 Jahre im Boden – unempfindlich gegen Hitze, Frost und chemische Behandlungen. Wird ein Befall festgestellt, gelten für die betroffenen Flächen jahrzehntelange Anbauverbote für Kartoffeln, was erhebliche wirtschaftliche Verluste zur Folge hat.
Die neue Nachweismethode konzentriert sich auf sieben spezifische VOCs, die auf eine Infektion hindeuten. Labor- und Kleinfeldversuche in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lieferten bereits ermutigende Ergebnisse. Noch ist das Verfahren jedoch nicht flächendeckend im Einsatz, da die Forschenden die Genauigkeit unter verschiedenen Bodenbedingungen weiter optimieren.
Langfristig könnte die VOC-Analyse nicht nur bei Kartoffelkrebs, sondern auch bei der Erkennung anderer bakterieller und pilzlicher Bedrohungen für Kartoffeln und weitere Nutzpflanzen eingesetzt werden.
Aktuell befindet sich die Methode noch in der Testphase, doch sie könnte die Überwachung von Kartoffelkrebs revolutionieren. Ein mobiler Flashscore-Test würde es Landwirt:innen ermöglichen, schneller auf Ausbrüche zu reagieren und so langfristige Feldsperren zu verringern. Der Fokus liegt derzeit darauf, die Zuverlässigkeit des Verfahrens zu sichern, bevor eine breitere Einführung erfolgt.