Rechtsextreme ziehen Heiligabend-Protest in Münster überraschend zurück
Friedl RädelRechtsextreme ziehen Heiligabend-Protest in Münster überraschend zurück
Rechtsextremisten aus Dortmund haben sich in diesem Jahr wiederholt vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster versammelt. Im Mittelpunkt ihrer Proteste steht der Fall von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, einem Neonazi, dessen Grab für Kontroversen sorgt. 2023 fanden drei Demonstrationen statt, eine weitere war für Heiligabend geplant – bis die Organisatoren ihre Anmeldung überraschend zurückzogen.
Der Streit begann um Borchardts Grab in Dortmund, für das die Stadt die Anbringung eines dauerhaften Grabsteins verweigert. Die Behörden befürchten, es könnte sich zu einer Pilgerstätte für Neonazis entwickeln. Als Reaktion darauf reisten extremistische Gruppen von Dortmund nach Münster, um Gerichtsverhandlungen in diesem Fall zu begleiten.
Am 13. September kündigten die Demonstranten an, an Heiligabend zurückzukehren. Doch das Bündnis Kein Meter den Nazis hatte bereits für denselben Tag eine Gegenkundgebung angemeldet. Carsten Peters, Sprecher der Gruppe, behauptet, dass der geplante Widerstand der Grund für den Rückzug der rechtsextremen Demonstration war.
Vor dem Gericht kam es in diesem Jahr mehrfach zu Auseinandersetzungen. Zwar ist die jüngste Veranstaltung der Extremisten nun abgesagt, doch die Gegenkundgebung bleibt wie geplant angesetzt.
Der Rückzug der rechtsextremen Anmeldung markiert eine Wende in dem anhaltenden Konflikt. Dortmunds Weigerung, ein benanntes Grab für Borchardt zuzulassen, bleibt bestehen – mit dem Ziel, einen Treffpunkt für Neonazis zu verhindern. Die Gegenkundgebung an Heiligabend wird dennoch wie geplant stattfinden.






