21 March 2026, 22:25

Raffinerie Gelsenkirchen kehrt unter neuer Führung in die Ethylenproduktion zurück

Visitenkarte mit William Davis, einem Schirmhersteller, mit Text über die Dienstleistungen des Unternehmens.

Raffinerie Gelsenkirchen kehrt unter neuer Führung in die Ethylenproduktion zurück

Deutschlands Ethylenproduktion geht seit 2010 kontinuierlich zurück – von etwa drei Millionen Tonnen pro Jahr auf rund 2,8 Millionen Tonnen im Jahr 2023. Ein schwerer Schlag traf die Branche 2019, als BP die Raffinerie in Gelsenkirchen stilllegte, einst ein zentraler Akteur der deutschen Chemieindustrie. Nun steht der Standort vor einer Wiederbelebung unter neuer Führung.

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Die Raffinerie Gelsenkirchen, zweitgrößter Ethylenproduzent Deutschlands, wechselt bald den Besitzer. Die Klesch Group, ein unabhängiger Raffineriebetreiber mit Gründung im Jahr 1990, hat sich mit BP auf den Kauf der Anlage geeinigt. Die Kanzlei Clifford Chance beriet Klesch bei dem Deal, dessen Abschluss für das zweite Quartal 2026 erwartet wird – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

Die Raffinerie bleibt ein bedeutender Industriestandort: Rund 2.300 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, und jährlich werden etwa 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Als Teil eines der größten integrierten Raffinerie- und Petrochemiekomplexe Europas stellt sie Treibstoffe und Chemikalien her. Mit der Übernahme erweitert die Klesch Group ihr Portfolio, zu dem bereits die Raffinerien in Heide und Kalundborg gehören.

Die Schließung der Gelsenkirchener Raffinerie 2019 markierte einen Wendepunkt für die deutsche Ethylenindustrie. Die Produktion stagnierte bereits seit Jahren, während Importe und gasbasierte Cracker-Anlagen Marktanteile übernahmen. Die Stilllegung reduzierte die inländische Produktion weiter und machte die Branche abhängig von ausländischen Lieferungen.

Sobald der Deal abgeschlossen ist, übernimmt die Klesch Group eine Anlage, die einst eine Schlüsselfunktion in der deutschen Chemieproduktion hatte. Die Wiederinbetriebnahme könnte die Ethylenversorgung des Landes beeinflussen, die seit Jahren rückläufig ist. Die letzte Hürde vor dem Eigentümerwechsel bleibt die behördliche Genehmigung.

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