Preisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze
Friedl RädelPreisschock an der Mailänder Scala: 30 Prozent Aufschlag für Top-Plätze
Preise für 36 Top-Plätze am Mailänder Teatro alla Scala steigen um über 30 Prozent
Die Ticketpreise für 36 der begehrtesten Plätze im Mailänder Teatro alla Scala sind um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Erhöhung hat treue Fans verärgert – insbesondere die Gruppe der Loggionisti, die darin ein Zeichen sehen, dass sich das Theater zunehmend nur noch an wohlhabende Besucher richtet.
Die Scala ist bereits das teuerste Opernhaus Europas, nur übertroffen vom Salzburger Festspiele-Programm. Dennoch hat die Leitung die Preise für eine kleine Anzahl von Plätzen angehoben und finanzielle Notwendigkeiten als Begründung angeführt. Als Gründe für die Anpassung wurden laufende Verhandlungen über Tarifverträge sowie die Kosten für die Verlegung von Werkstätten genannt.
Der Widerstand gegen die Preiserhöhung wurde während der Premiere von Verdis Carmen lauter. Protestierende auf den oberen Rängen warfen Flugblätter ins Publikum. Die Loggionisti bezeichneten die Änderungen als „Gentrifizierung der Scala“ und warfen dem Haus vor, elitär zu werden.
Die Theaterleitung spielt die Kontroverse herunter. Man betont, dass nur 36 von 531 Plätzen betroffen seien. Im Schnitt falle die Erhöhung moderat aus: Die Preise für Stehplätze stiegen über zwei Spielzeiten von 45,56 Euro auf 46,94 Euro. Deutlich stärker legten jedoch die Abo-Preise zu – von 800 Euro auf 1.050 Euro. Intendant Fortunato Ortombina versprach, unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen.
Trotz eines aktuellen Haushaltsüberschusses bleibt die Preisanpassung bestehen, um spezifische Kosten zu decken. Die Entscheidung hat die Gräben zwischen Leitung und langjährigen Stammgästen weiter vertieft.






