Politische Straftaten in Bielefeld 2024 um 32 Prozent explodiert – Hasspostings und Wahlen als Treiber
Angelo ReuterPolitische Straftaten in Bielefeld 2024 um 32 Prozent explodiert – Hasspostings und Wahlen als Treiber
Politisch motivierte Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Bielefelder Polizei 2024 stark angestiegen
Die Zahl der politisch motivierten Straftaten im Bereich der Bielefelder Polizei ist 2024 deutlich gestiegen. Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, wurden 1.163 Delikte registriert – ein Anstieg um 32,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Großteil des Zuwachses steht im Zusammenhang mit den Europawahlen und einer Zunahme von Vorfällen in sozialen Medien.
2024 stieg die Zahl der politisch motivierten Straftaten in der Region auf 1.163 (2023: 880). Der Bericht führt den Anstieg maßgeblich auf die Wahlen zum Europäischen Parlament zurück. Sozialen Medien kam dabei eine zentrale Rolle zu: Straftaten im Zusammenhang mit digitalen Netzwerken stiegen von 96 auf 166.
Davon waren 99 als Hasspostings einzuordnen, mehr als die Hälfte davon mit Bezug zum rechtsextremen Spektrum. Antisemitische Straftaten beliefen sich auf 56 Fälle, die allesamt als Volksverhetzung nach § 130 des Strafgesetzbuches gewertet wurden. Gewalttaten waren darunter nicht zu verzeichnen.
Die Verbreitung extremistischer Ideologien in der Region Ostwestfalen-Lippe nimmt vor allem über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen zu. Gewalttätige politisch motivierte Kriminalität (PMK) ging hingegen von 58 Fällen im Jahr 2023 auf nur noch 22 im Jahr 2024 zurück. Die Aufklärungsquote aller PMK-Delikte blieb mit 36,54 Prozent stabil.
Der PMK-Jahresbericht 2024 ist nun auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar. Er zeigt einen deutlichen Anstieg von Hasskriminalität im Netz und wahlbezogenen Vorfällen. Gleichzeitig ist die Zahl der gewalttätigen Straftaten in diesem Bereich deutlich gesunken.
