04 March 2026, 21:01

Panama-Papers-Prozess in Köln: Schweizer soll Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ermöglicht haben

Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.

Prozess um die 'Panama Papers' in Deutschland beginnt - Panama-Papers-Prozess in Köln: Schweizer soll Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ermöglicht haben

Vor dem Landgericht Köln hat ein großer Prozess im Zusammenhang mit dem "Panama-Papers"-Skandal begonnen. Im Mittelpunkt steht ein 56-jähriger Schweizer Angeklagter, dem vorgeworfen wird, Kunden durch Briefkastenfirmen im Ausland bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Die Verhandlungen sollen sieben Tage dauern; die nächste Sitzung ist für morgen angesetzt.

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Die Anklage wirft dem Mann vor, zwischen 2002 und 2019 kriminelle Vereinigungen gebildet und Steuerhinterziehung begünstigt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft richtete er für Privatkunden weltweit Scheinfirmen in Panama und anderen Steueroasen ein. Diese Unternehmen sollen die wahren Eigentümer verschleiert und nicht deklarierte Bank- sowie Wertpapierkonten geführt haben – mit geschätzten Steuerausfällen für Deutschland in Höhe von 13 Millionen Euro.

Der Fall ist Teil der weiteren juristischen Aufarbeitung der "Panama-Papers", die 2016 globale Steuervermeidungsstrategien aufdeckten. Zu den prominenten Betroffenen zählen Islands ehemaliger Ministerpräsident Sigmundur Davíð Gunnlaugsson, der 2016 zurücktrat, sowie Pakistans Ex-Regierungschef Nawaz Sharif, der 2017 zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Auch Spaniens früherer Industrieminister José Manuel Soria und Maltas Alt-Premier Joseph Muscat mussten rechtliche oder politische Konsequenzen tragen.

Im Prozess räumte der Angeklagte eine Teilschuld ein und zeigte Reue für seine Rolle. Die Anklageschrift konzentriert sich auf 50 Offshore-Firmen, durch die dem deutschen Fiskus Schaden in Höhe von rund 13 Millionen Euro entstanden sein soll.

Der Prozess markiert einen weiteren Schritt in den langwierigen juristischen Folgen des "Panama-Papers"-Skandals. Fast ein Jahrzehnt nach den Enthüllungen befassen sich Gerichte noch immer mit Fällen von Steuerhinterziehung und verstecktem Vermögen. Das Urteil könnte die Verantwortung derer präzisieren, die bei der Einrichtung solcher Auslandskonstruktionen mitgewirkt haben.