04 February 2026, 07:14

NRW-Grundschulen ächzen unter neuen ABC-Kursen – doch wer soll das stemmen?

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen, geht vor einem großen weißen Gebäude mit Fenstern und Türen vorbei, umgeben von Bäumen unter einem klaren blauen Himmel, was darauf hindeutet, dass sie auf dem Weg zu einer Schule in Deutschland sind.

NRW-Grundschulen ächzen unter neuen ABC-Kursen – doch wer soll das stemmen?

Grundschulen in Nordrhein-Westfalen stehen vor wachsendem Druck, da das Land neue Sprachförderprogramme für junge Kinder einführt. Die sogenannten ABC-Kurse sollen sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Deutschkenntnissen in die Schule starten. Doch angesichts bereits überlasteter Schulen mehren sich die Bedenken, wie der Plan in der Praxis umsetzbar sein soll.

Bildungsministerin Dorothee Feller hat versichert, dass kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult werde. Laut der neuen Regelung müssen Kinder, die in frühen Sprachtests durchfallen, vor der Einschulung die ABC-Kurse besuchen. Kritiker jedoch argumentieren, dass die Initiative die Verantwortung lediglich von Kitas auf Schulen verlagere – die ohnehin schon mit Kapazitätsengpässen kämpfen.

Viele Grundschulen in Städten wie Solingen arbeiten bereits am Limit, es fehlt an freien Klassenzimmern oder Gruppenräumen. Durch Lehrkräftemangel fallen häufig Unterrichtsstunden aus, was die Frage aufwirft, wer die zusätzlichen Förderangebote leiten soll. Die Kommunen tragen nun die Last der Umsetzung, doch das Land hat keine Mittel für Neubauten oder Personalstellen bereitgestellt.

Fachleute warnen, dass der mehrmalige wöchentliche Transport der Kinder von der Kita zur Schule für die ABC-Kurse kaum praktikabel sei. Sozialpädagoginnen und -pädagogen, die bereits stark belastet sind, könnten noch höhere Arbeitslasten bewältigen müssen – auf Kosten der Bildungsqualität. Ohne zusätzliche Ressourcen bleibt das Programm ein theoretisches Konzept, das bestehende Probleme eher verschärft als löst.

Die ABC-Kurse offenbaren die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit im nordrhein-westfälischen Bildungssystem. Schulen müssen nun ohne zusätzliche Landesmittel Räume, Personal und Transportlösungen organisieren. Solange diese Herausforderungen nicht bewältigt werden, bleibt der Erfolg des Programms – und seine Wirkung auf den Lernerfolg der Kinder – ungewiss.

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