21 February 2026, 09:02

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

Eine Ziegelwand mit einer rechteckigen Plakette, auf der in fetter, weißer Schrift "38. Signal Battalion" steht.

NRW gedenkt vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau

In dieser Woche gedachten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) mit Gedenkveranstaltungen des vierten Jahrestags des Hanau-Anschlags. Die Events ehrten die zehn Opfer, die ihr Leben verloren – neun Menschen, die in der Nacht des 19. Februar 2020 ermordet wurden, sowie einen Überlebenden, der Jahre später an seinen Verletzungen starb. Die Veranstalter betonten die Notwendigkeit, sich gegen Rassismus zu stellen und der von rechtsextremer Gewalt betroffenen Menschen zu gedenken.

Am 19. Februar 2020 hatte ein rechtsextremer Attentäter in Hanau bei einem rassistisch motivierten Anschlag neun Menschen erschossen. Die Opfer – Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – waren wegen ihrer Herkunft ins Visier des Täters geraten. Der Attentäter tötete zudem seine Mutter, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Im Januar 2023 starb Ibrahim Akkuş, der den Anschlag zunächst überlebt hatte, an den Spätfolgen seiner Verletzungen. Damit stieg die Zahl der Opfer auf zehn. Der Hanau-Anschlag zählt zu den schwersten rechtsterroristischen Verbrechen in Deutschland seit Jahrzehnten.

Gedenkveranstaltungen fanden in mehreren Städten statt. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Zu den Rednern gehörten Angehörige der Opfer, die bewegende Worte über ihren Verlust fanden. Gleichzeitig kritisierten sie Versäumnisse in der offiziellen Aufarbeitung und forderten mehr Verantwortung von den Behörden.

In Bochum veranstaltete das städtische Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel der Stadt. Der Ort wurde bewusst gewählt, um den Kontrast zwischen dem sonst lebendigen Treiben und der Tragödie des Anschlags zu verdeutlichen. Unterdessen beteiligten sich in Köln fast 1000 Menschen an einem Marsch durch die Innenstadt.

Selin Eroglu, eine Studentin, die an der Veranstaltung in Aachen teilnahm, erklärte ihre Beweggründe: Sie wolle ein Zeichen gegen Rassismus setzen und dafür sorgen, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Die Organisatoren betonten die Bedeutung von Solidarität mit den Überlebenden und den Familien der Opfer sowie die Notwendigkeit, der Normalisierung rassistischer und faschistischer Ideologien entgegenzutreten.

Die Gedenkveranstaltungen in ganz NRW brachten Hunderte zusammen, um der Hanau-Opfer zu gedenken. Mit Reden, Märschen und Momenten der Stille sollte die Erinnerung an die Verstorbenen wachgehalten werden. Gleichzeitig dienten die Zusammenkünfte als Mahnung für den anhaltenden Kampf gegen Rechtsextremismus und die systemischen Versäumnisse bei der Bekämpfung solcher Gewalt.