Neues Modell soll Netzkosten für Ökostrom um Milliarden senken – wie das EWI es vorhat
Friedl RädelNeues Modell soll Netzkosten für Ökostrom um Milliarden senken – wie das EWI es vorhat
Energiewirtschaftliches Institut der Universität zu Köln schlägt neues Modell zur Senkung der Netzkosten vor
Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat einen innovativen Ansatz vorgestellt, um die Kosten für den Netzausbau zu reduzieren. Eine aktuelle Studie des Instituts zeigt, dass die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten für Solar-, Windenergie- und Batteriespeicher jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro einsparen könnte. Damit soll der Druck auf Netzbetreiber verringert werden, die mit einer wachsenden Nachfrage nach neuen Stromleitungen konfrontiert sind.
Netzbetreiber kämpfen derzeit mit einer Flut von Anträgen für den Anschluss erneuerbarer Energien. Bis 2045 könnten für den Ausbau der Verteilnetze Investitionen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro erforderlich sein – vor allem wegen des steigenden Einspeisebedarfs durch Ökostrom. Die Kosten für den Netzausbau liegen bereits heute je nach Region zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt.
Das EWI schlägt vor, Solar-, Windkraftanlagen und Batteriespeicher an gemeinsamen Netzanschlusspunkten zu bündeln. Dadurch ließe sich die durchschnittliche Netzauslastung erhöhen und der Bedarf an Abregelungen verringern. Das Institut schätzt, dass allein durch diese Maßnahme jährlich 800 Millionen Euro an Kosten für abgeregelten Strom eingespart werden könnten.
Hinter den Netzanschlusspunkten platzierte Batteriespeicher könnten zudem dazu beitragen, Energieverluste weiter zu minimieren. Allerdings weist das EWI darauf hin, dass die bestehenden Anreize zur Optimierung von Netzanschlüssen unzureichend sind. Ohne neue Geschäftsmodelle könnten diese Speicherlösungen nicht vollständig finanziert werden. Aktuelle regulatorische Lücken könnten sogar zu Wohlfahrtsverlusten führen.
Die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten könnte die Integration erneuerbarer Energien deutlich kostengünstiger gestalten. Die vorgeschlagenen Änderungen würden den Ausbaubedarf verringern und die Effizienz steigern. Dennoch sind neue Finanzierungsmodelle entscheidend, um diese Lösungen langfristig tragfähig zu machen.
