05 March 2026, 15:54

Museum Moyland sichert sich Beuys-Nachlass nach jahrzehntelangem Rechtsstreit

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Museumsraums mit einem großen Wandteppich, Fotorahmen, Objekten auf einem Sockel und Deckenleuchten, mit Text 'Museum of Fine Arts, New York City' unten.

Endlich frei: Moyland kann Beuys-Sammlung vollständig nutzen - Museum Moyland sichert sich Beuys-Nachlass nach jahrzehntelangem Rechtsstreit

Museum Schloss Moyland hat eine richtungsweisende Vereinbarung mit den Erben von Joseph Beuys getroffen und damit jahrzehntelange juristische Auseinandersetzungen beigelegt. Die Einigung räumt dem Museum umfassende Nutzungsrechte an Tausenden frühen Werken ein – inklusive Reproduktion, Veröffentlichung und öffentlicher Zugänglichkeit. Bisher hatten strenge Auflagen die Präsentation und Verbreitung der Sammlung stark eingeschränkt.

Das Land Nordrhein-Westfalen finanzierte die Vereinbarung mit einer Zahlung von 3,25 Millionen Euro und sichert so, dass das künstlerische Erbe Beuys' für Forschung und Besucher dauerhaft zugänglich bleibt.

Die neue Regelung umfasst einen umfangreichen Bestand: 6.000 frühe Werke, 50.000 Aktionsfotografien und 250.000 Archivdokumente. Unter den bisherigen Beschränkungen waren viele Exponate ausstellungen ausgeschlossen worden, und Kataloge erschienen ohne Abbildungen. Künftig darf Moyland Beuys' Werke reproduzieren, in Büchern publizieren sowie online und in sozialen Medien bewerben.

Darüber hinaus wird das Museum Leihgaben an andere Institutionen vergeben – darunter eine große Ausstellung für den Herbst 2027 in den Hamburger Deichtorhallen, für die Moyland als Hauptleihgeber fungiert. Die Schau widmet sich Beuys' Einfluss auf die zeitgenössische Kunst.

Ein zentraler Punkt der Vereinbarung ist der Ausschluss der VG Bild-Kunst, der Verwertungsgesellschaft, die den Beuys-Nachlass bisher in Angelegenheiten mit Moyland vertrat. Zwar verbleiben die Urheberrechte beim Nachlass, doch das Museum erhält weitreichende Nutzungsrechte – etwa für den Verkauf von Beuys-Merchandise im Museumsshop oder die Einrichtung einer Online-Datenbank für die Öffentlichkeit.

Die Museumsleitung äußerte die Hoffnung auf eine fortschreitende Zusammenarbeit mit Eva Beuys und ihren Kindern. Die Einigung markiert den Übergang von jahrelangen Konflikten zu einer kooperativen Partnerschaft und garantiert die langfristige Zugänglichkeit der Sammlung.

Die Vereinbarung beseitigt langjährige Hürden für die Erforschung und Rezeption von Beuys' Werk. Besucher können die Sammlung nun vor Ort, online und in Publikationen erkunden. Mit der finanziellen Unterstützung des Landes festigt Moyland seine Rolle als zentraler Ort für Beuys-Forschung und öffentliche Vermittlung.