19 March 2026, 12:33

Moers würdigt vergessene Spuren jüdischen Lebens mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft

Schwarzes und weißes Foto einer jüdischen Synagoge in New York City mit Treppe, Geländern, Säulen, Tür und Wand.

Moers würdigt vergessene Spuren jüdischen Lebens mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers hat eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" veröffentlicht. Die Publikation lenkt den Blick auf die wenigen verbliebenen Zeugnisse der jüdischen Geschichte der Stadt – von den Anfängen der Gemeinde bis zu den verheerenden Folgen der NS-Deportationen. Bürgermeisterin Julia Zupancic hat zudem offiziell die Schirmherrschaft für die Arbeit der Gesellschaft übernommen.

Die Broschüre beleuchtet das jüdische Erbe Moers' und dokumentiert eine Gemeinde, die erstmals im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Themenschwerpunkte sind die ehemalige Synagoge, die Stolpersteine als Mahnmale sowie die Zwangsdeportationen während der NS-Diktatur. Obwohl heute nur noch wenige physische Spuren der jüdischen Einrichtungen vor 1933 existieren, gibt die Veröffentlichung einen Einblick in das einst blühende Gemeinschaftsleben vor seiner Zerstörung.

Die Gesellschaft pflegt enge überregionale Kontakte, die es ermöglichten, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille nach Moers zu holen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Heinz Kremers, der 1986 für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog ausgezeichnet wurde, sowie Nikolaus Schneider, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers, der die Ehrung 2012 erhielt. Kremers' Tochter Annedore wirkt heute im Vorstand der Gesellschaft mit und führt sein Lebenswerk fort.

Ein zentrales Anliegen der Initiative bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Der Lehrer Daniel Schirra vom Adolfinum-Gymnasium und sein ehemaliger Schüler Julian Müller, beide Vorstandsmitglieder, arbeiten regelmäßig mit Schulen zusammen, um das Bewusstsein für die Thematik zu stärken. Die Broschüre ist für drei Euro in Bibliotheken, Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich.

Erst kürzlich traf Bürgermeisterin Julia Zupancic mit dem Vorstand der Gesellschaft zusammen, um ihre Unterstützung zu bekräftigen. Als Schirmherrin verpflichtet sie sich, das Gedenken an das jüdische Leben in der Stadt wachzuhalten und sich aktiv gegen Antisemitismus einzusetzen.

Die Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" steht nun der Öffentlichkeit zur Verfügung und schafft eine greifbare Verbindung zur jüdischen Vergangenheit Moers'. Mit dem Rückhalt der Bürgermeisterin und kontinuierlicher Bildungsarbeit will die Gesellschaft sicherstellen, dass diese Geschichte weder in Vergessenheit gerät noch sich wiederholt. Die Arbeit unterstreicht zudem das Engagement der Stadt für Dialog und Erinnerungskultur.

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