Meerbusch glänzt mit guter Wirtschaftsnote – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Ivan SchachtMeerbusch glänzt mit guter Wirtschaftsnote – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Meerbusch erhält gemischtes, aber überwiegend positives Urteil in aktueller Wirtschaftsstandortanalyse
Die alle fünf Jahre von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein durchgeführte Standortanalyse bescheinigt Meerbusch 2024 Stärken in den Bereichen Beschäftigung und Erreichbarkeit, zeigt aber auch Handlungsbedarf auf. Lokale Unternehmen und Vertreter der Kommune haben zu den Ergebnissen Stellung genommen – mit Lob, aber auch Forderungen nach konkreten Maßnahmen.
An der Umfrage beteiligten sich rund 130 in Meerbusch ansässige Unternehmen mit zusammen etwa 3.100 Beschäftigten. Sie sind Teil einer wachsenden Arbeitsmarktentwicklung: Im Juni 2024 zählte die Stadt 14.093 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – ein Plus von 52,4 Prozent seit 1999. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,3 Prozent und damit unter dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen (NRW) sowie des Kreises.
Insgesamt erreichte Meerbusch die Note 2,41 (entspricht einer "gut minus"). Besonders überzeugen konnte die Stadt in der Kategorie "Erreichbarkeit" mit einer 1,99. Unternehmen hoben zudem die überdurchschnittlich hohe kaufkraftrelevante Einzelhandelsstärke hervor, die den Bundesdurchschnitt übertrifft.
Kritik übt der Bericht hingegen an der Digitalisierung, vor allem in der öffentlichen Verwaltung. Hier wünschen sich Unternehmen schnellere Fortschritte. Die IHK empfiehlt zudem, zwei zentrale Infrastrukturprojekte zu beschleunigen: die Erweiterung des Gewerbegebiets Strümper Feld sowie den Bau der Kreisstraße 9n.
Bürgermeister Christian Bommers zeigte sich zuversichtlich, aber auch selbstkritisch. Er begrüßte die positiven Aspekte der Analyse, räumte jedoch ein, dass bei der Digitalisierung mehr Tempo notwendig sei.
Die IHK-Studie liefert Meerbusch eine klare Bestandsaufnahme als Wirtschaftsstandort. Während die Stadt in puncto Beschäftigungswachstum, Erreichbarkeit und Einzelhandelsattraktivität gut dasteht, bleiben die Forderungen nach besserer digitaler Infrastruktur und zügigen Projekten vordringlich. Die nächsten Schritte dürften darauf abzielen, diese Lücken zu schließen – um Meerbuschs Attraktivität für Unternehmen weiter zu stärken.






