03 March 2026, 06:37

Massive Proteste in Dortmund gegen Björn Höcke und AfD-Neujahrsempfang

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und fährt mit Fahrrädern vorbei an einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

Massive Proteste in Dortmund gegen Björn Höcke und AfD-Neujahrsempfang

Über 3.300 Demonstranten versammelten sich am 22. Februar 2026 in Dortmund, um gegen eine rechtsextreme Veranstaltung mit Björn Höcke zu protestieren. Die von linksextremen Gruppen organisierte Kundgebung fand vor dem Rathaus statt, wo die AfD ihren Neujahrsempfang abhielt. Die Spannungen hatten sich zugespitzt, nachdem die Stadt Höckes Rede zunächst verboten hatte, später jedoch eine juristische Niederlage hinnehmen musste.

Angeführt wurde der Protest von den Jungen Sozialisten (Jusos), den Grünen und der Linksjugend. Michelle Gnatzy von den Jusos hatte die Demonstration offiziell angemeldet – mit weitaus mehr Teilnehmern als erwartet: Die Polizei schätzte über 3.000 Menschen, die Organisatoren hatten mit etwa 600 gerechnet. Die Menge spielte über Lautsprecher das antifaschistische Lied Bella Ciao, während die Proteste vor dem Rathaus andauerten.

Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) hatte die AfD-Veranstaltung zunächst genehmigt, die Erlaubnis jedoch zurückgenommen, als bekannt wurde, dass Höcke sprechen würde. Die Stadt beantragte daraufhin einen Eilbeschluss zur Untersagung der Rede, doch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschied zugunsten der AfD und erlaubte die Durchführung. Ein anschließender Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Münster blieb über das Wochenende unbeantwortet, sodass die Entscheidung Bestand hatte.

Unterdessen betrat Höcke ungehindert durch die Tiefgarage das Rathaus. Rund 280 Gäste nahmen am Empfang teil, bei dem er über patriotische Gemeindepolitik sprach – vor dem Hintergrund der sogenannten Brandmauer gegen rechtsextremen Einfluss. Später schloss sich Oberbürgermeister Kalouti den Gegenprotesten auf dem Friedensplatz vor dem Rathaus an.

Trotz massiver Ablehnung und rechtlicher Versuche, die Veranstaltung zu verhindern, fand der AfD-Empfang statt. Höckes Auftritt löste breite Empörung aus, tausende demonstrierten gegen seine Anwesenheit. Die Gerichtsentscheidung und die gescheiterte Berufung der Stadt ließen den Empfang ungehindert zu, während die Proteste den ganzen Tag über anhielten.