27 February 2026, 14:28

Leverkusen plant Kameras gegen Schleichverkehr in Wohnstraßen während Baustelle

Eine belebte Stadtstraße mit zahlreichen Fahrzeugen, hohen Gebäuden, Ampeln, Strommasten mit Drähten, Texttafeln, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Leverkusen plant Kameras gegen Schleichverkehr in Wohnstraßen während Baustelle

Politische Gruppe in Leverkusen fordert elektronische Verkehrsüberwachung gegen Missbrauch von Wohnstraßen während Baustellen

Die Volt/FWG-Fraktion im Leverkusener Stadtrat hat die Einführung einer elektronischen Verkehrsüberwachung beantragt, um zu verhindern, dass Anwohnerstraßen während der laufenden Bauarbeiten auf der Altenberger Domstraße als illegale Schleichwege genutzt werden. Die Gruppe schlägt vor, auf dem Nittumer Weg und dem Zehntweg Kameras zu installieren, um die Einhaltung der Anwohnerparkregelungen durchzusetzen. Der Vorstoß kommt, nachdem Autofahrer zunehmend Ausweichrouten suchen, um die langfristige Sperrung der Altenberger Domstraße zu umgehen.

Die Bauarbeiten auf der Altenberger Domstraße begannen am 9. Februar 2026; der südliche Fahrstreifen bleibt voraussichtlich neun Monate lang gesperrt. Die offizielle Umleitung über Leverkusen-Schlebusch verlängert die Fahrzeit um etwa acht Kilometer und 20 Minuten. Doch statt die vorgesehene Ausweichstrecke zu nutzen, weichen viele Fahrer auf den Nittumer Weg und den Zehntweg aus – schmale Straßen, die für den zusätzlichen Verkehr kaum geeignet sind.

Die Volt/FWG-Fraktion warnt, dass diese Wohngebiete weder die nötige Übersichtlichkeit noch ausreichend Platz für den gestiegenen Verkehrsfluss bieten. Auf der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen am 3. März 2026 wird die Gruppe anfragen, ob KI-gestützte Kameras eingesetzt werden könnten, um die Einhaltung der Anwohnerregelungen zu überwachen. Das System soll unerlaubten Durchgangsverkehr erkennen, dabei aber datenschutzkonform arbeiten.

Inspiriert von Schweizer Modellen soll die Technologie Kameras mit spezieller Auswertesoftware verknüpfen. Die Fraktion betont, dass eine solche Überwachung eine klare rechtliche Grundlage und transparente Öffentlichkeitsarbeit erfordere. Ziel sei es, Anwohner vor den Belastungen durch Fahrer zu schützen, die die offizielle Umleitung umgehen.

Falls der Antrag angenommen wird, soll das Kamerasystem Ein- und Ausfahrten am Nittumer Weg erfassen, um Nicht-Anwohnern die Durchfahrt zu verwehren. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Sorge, dass die Straße zunehmend als illegale Abkürzung genutzt wird. Eine Entscheidung über den Vorschlag wird nach der Ausschusssitzung Anfang März erwartet.