09 March 2026, 22:41

Kreuzkröten in Gefahr: Naturschützer verklagen Amprion und Behörden wegen Pfusch am Artenschutz

Ein Plakat mit dem Titel "Amphibia, Anura Rana 1" auf einem weißen Hintergrund, das Bilder verschiedener Amphibien, einen Fisch, eine Schildkröte und ein fischähnliches Wesen zeigt, sowie Zahlen und informativen Text über die Amphibien und ihre Lebensräume.

Kreuzkröten in Gefahr: Naturschützer verklagen Amprion und Behörden wegen Pfusch am Artenschutz

Die Aktionsgemeinschaft Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz hat schwere Vorwürfe gegen die Bauarbeiten des Energieunternehmens Amprion in Osterath erhoben. Seit 2023 dokumentiert die Gruppe wiederholt Versäumnisse beim Schutz der streng geschützten Kreuzkröte, einer in Mitteleuropa hochgradig gefährdeten Art. Nun leitet sie rechtliche Schritte ein, um sowohl das Unternehmen als auch die lokalen Behörden zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Ermittlungen der Initiative förderten mehrfach Verstöße gegen die vorgeschriebenen Amphibienschutzmaßnahmen zutage. Zwischen Ende Juni 2023 und Ende November 2025 war der Schutzzaun um die Baustelle mangelhaft errichtet – mit Lücken, durch die Tiere eindringen konnten. Zudem blieben Zugangstore mehrmals über Nacht offen, was die Sicherheit zusätzlich beeinträchtigte.

Amprion hatte behauptet, der Zaun sei bis zum 31. März 2023 vollständig fertiggestellt worden. Die Aufzeichnungen der Aktionsgemeinschaft belegen jedoch, dass sich die Arbeiten bis vor kurzem verzögerten. Trotz dieser Probleme wurden auf dem vorgesehenen Ausgleichsgebiet im Süden Osteraths weder neue Mulden noch Vertiefungen angelegt – essenzielle Laichplätze für die Kreuzkröte.

Versuche, von Amprion und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) Klarheit zu erhalten, blieben largely erfolglos. Die UNB übergab ein stark geschwärztes Dokument, bei dem von acht Seiten siebenhalb – inklusive aller Fotos – unleserlich gemacht waren. Eine Überprüfung, ob die Baustelle den gesetzlichen Anforderungen entspricht, war damit unmöglich. Angesichts der mangelnden Transparenz hat die Gruppe nun eine auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin beauftragt, um bei der UNB offizielle Beschwerde einzureichen. Im Fokus steht die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen durch Amprion.

Die Behörden bestätigten unterdessen, dass es keine Pläne zur Wiederherstellung der zerstörten Laichhabitate auf dem Ausgleichsgebiet "Im Siep" gibt. Die Kreuzkröte, ohnehin eine der am stärksten bedrohten Amphibienarten Europas, sieht sich durch die anhaltenden Mängel weiteren Risiken ausgesetzt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit ihrer rechtlichen Initiative will die Aktionsgemeinschaft Meerbusch eine konsequentere Durchsetzung der Schutzmaßnahmen erzwingen. Ohne Eingreifen bleibt der Lebensraum der Kreuzkröte in Osterath weiter gefährdet. Das Ergebnis der Beschwerde könnte entscheiden, ob Amprion und die UNB zu Korrekturmaßnahmen verpflichtet werden.

Quelle