22 February 2026, 07:09

Krefelds Einzelhandel kämpft 2025 ums Überleben – trotz mehr Besuchern

Eine belebte Stadtstraße mit parkenden Fahrzeugen, Fußgängern, Gebäuden, Strommasten, Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit einem Geschäft mit der Aufschrift "Bongabon Public Market" im Vordergrund.

Krefelds Einzelhandel kämpft 2025 ums Überleben – trotz mehr Besuchern

Einzelhändler in Krefeld durchlebten 2025 ein schwieriges Jahr – mit sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten. Selbst die entscheidende Weihnachtszeit brachte keine spürbare Belebung, sodass viele Betriebe um ihr Überleben kämpften. Experten warnen, dass die Probleme weit über die Stadt hinausreichen und einen bundesweiten Trend widerspiegeln, der ganz Nordrhein-Westfalen und Deutschland erfasst hat.

In Nordrhein-Westfalen verzeichneten nahezu die Hälfte der Einzelhändler 2025 geringere Umsätze als im Vorjahr. Nur 19 Prozent konnten wachsen, während ein Drittel seine Erträge zumindest halten konnte. Hartmut Janßen, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands, bezeichnete 2025 als "hartes Jahr" – selbst die Weihnachtsgeschäfte verloren ihre übliche Dynamik. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewertete diese Phase als schlechter oder deutlich schlechter als 2024.

In Krefeld stieg die Kundenfrequenz auf der Hochstraße 2025 zwar um rund 180.000 Besucher – das entspricht etwa 600 zusätzlichen Passanten pro Einkaufstag im Vergleich zu 2024. Doch der Anstieg schlug sich nicht in höheren Umsätzen nieder. Sandra Lemke, Inhaberin von lechner + hayn, erklärte, die Dezemberzahlen lägen zwar auf Vorjahresniveau, doch die explodierenden Kosten fraßen die Gewinne auf. Steffen Sommer, Mitinhaber einer lokalen Bäckereikette, betonte, dass die Lage entscheidend sei: Filialen am Stadtrand schnitten am besten ab.

Die Händler nannten mehrere Belastungsfaktoren: kaufzurückhaltende Kunden, übermäßige Bürokratie, höhere Löhne und stark steigende Preise. Verzögerungen bei städtebaulichen Projekten verschärften die Situation zusätzlich. Christoph Borgmann, Leiter des örtlichen Werbegemeinschaft, verwies auf einen deutlichen Rückgang der Laufkundschaft nach der Schließung des Kaufhof-Warenhauses. Sein Team will diesen Negativtrend 2026 umkehren.

Für 2026 rechnet mehr als die Hälfte der Händler mit Stagnation, während knapp ein Drittel auf stabile Umsätze oder Wachstum hofft. Markus Ottersbach, Geschäftsführer des regionalen Einzelhandelsverbands, unterstrich, dass Krefelds Probleme kein Einzelfall seien: In vielen Städten sinke die Kundenfrequenz.

Die Aussichten für 2026 bleiben unsicher. Die meisten Krefelder Händler stellen sich auf Stagnation statt Wachstum ein. Zwar sehen einige Betriebe noch Chancen, doch der gesamtwirtschaftliche Trend deutet auf anhaltende Herausforderungen hin. Ob es gelingt, die Kundenfrequenz zu steigern und die Kosten zu drücken, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sich der Einzelhandel in der Stadt entwickelt.