Kölner Zeitung Rundschau stellt Betrieb ein – 30 Jobs betroffen
Die Zeitung Rundschau wird am 1. April 2026 ihre Türen schließen und damit rund 30 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitslos zurücklassen. Die Bekanntgabe erfolgte über LinkedIn durch den leitenden Redakteur Markus Überall, der die Entscheidung als "harten Schlag" für das Team und die Vielfalt der lokalen Medienlandschaft in Köln bezeichnete.
Die Schließung markiert einen weiteren Rückschlag für die schrumpfende Printmedien-Szene in Köln und spiegelt den bundesweiten Niedergang seit 2021 wider.
Überall war erst vor etwa einem Jahr zur Rundschau gestoßen, mit dem Ziel, sich als Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur in Köln zu etablieren. Seine Amtszeit endet nun abrupt mit der Einstellung der Zeitung. In einem öffentlichen Beitrag unter dem Hashtag #OpenToWork äußerte er tiefe Enttäuschung und betonte die Auswirkungen auf seine Kollegen sowie seine eigene Karriere in Köln.
Die Umstrukturierung hat scharfe Kritik von Journalistengewerkschaften ausgelöst, die argumentieren, die Entlassungen würden die regionale Berichterstattung in Köln weiter schwächen. Verleger Johannes Heinen reagierte mit dem Versprechen "fairer Abfindungspakete" für die betroffenen Beschäftigten. Unterdessen sucht Überall nach neuen beruflichen Möglichkeiten – sei es im Journalismus oder anderen Bereichen – in Köln oder Nordrhein-Westfalen.
Die Kölner Medienlandschaft folgt damit einem Muster, das auch in anderen deutschen Großstädten zu beobachten ist. Blätter wie der Kölner Stadt-Anzeiger haben ihre Printausgaben reduziert und setzen stattdessen auf digitale Inhalte. Seit 2021 verzeichnet die Printbranche in Deutschland einen stetigen Rückgang, wobei regionale Titel besonders unter Druck geraten sind.
Mit der Schließung der Rundschau verliert Köln eine weitere Stimme im lokalen Journalismus. Dreißig Mitarbeiter müssen ihre Stellen räumen, während über Abfindungsregelungen verhandelt wird. Für Überall und viele andere spiegelt die Suche nach neuen Positionen die größeren Herausforderungen einer Branche wider, die sich in rasantem Wandel befindet.