Kathrin Marchand schreibt bei Paralympics Sportgeschichte
Kathrin Marchand wird bei den Winter-Paralympics Geschichte schreiben: Als erste Athletin nimmt sie sowohl an Olympischen als auch an Paralympischen Spielen teil – und das in Sommer- und Winterdisziplinen. Die deutsche Sportlerin, die zuvor bei zwei Olympischen Spielen im Rudern an den Start ging, wird nun nach einem rasanten Wechsel zu den Winterdisziplinen im Skilanglauf antreten.
Ihr Weg zu den Paralympics begann nach einem Schlaganfall im Jahr 2021, der ihr Sehvermögen beeinträchtigte, die Bewegungsfähigkeit auf der linken Körperseite einschränkte und ihr das Multitasking erschwerte. Trotz dieser Herausforderungen qualifizierte sie sich nach nur 14 Monaten intensivem Training für die Winterspiele im Skilanglauf.
Ihr Paralympics-Debüt gibt Marchand am Dienstag mit dem klassischen Sprint, gefolgt vom 10-Kilometer-Klassikrennen am Mittwoch. Sie wird in knielangen Hosen und einem kurzärmeligen Trikot starten – entsprechend den Vorgaben für die klassische Technik. Zwar zeigt sie sich zurückhaltend bei der Frage nach Medaillenchancen ("Da müsste schon vieles zusammenpassen"), doch ihre bisherigen Leistungen sind beeindruckend: Bei Weltcup-Rennen in Finsterau und Jakuszyce erreichte sie bereits zweite, vierte und fünfte Plätze.
Bevor Marchand ihre Paralympics-Karriere begann, vertrat sie Deutschland im Rudern bei den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio. Nach den Winterspielen will sie sich dem Biathlon widmen und damit ihr ohnehin schon außergewöhnliches sportliches Portfolio erweitern.
Marchands Teilnahme an den Winter-Paralympics steht für einen seltenen Wechsel zwischen olympischem und paralympischem Wettkampfsport. Mit ihren bevorstehenden Rennen setzt sie weiterhin Maßstäbe im Behindertensport. Ihre Auftritte werden mit Spannung erwartet – besonders vor dem Hintergrund ihrer jüngsten Weltcup-Erfolge.
