20 March 2026, 16:31

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Radikalisierung im Netz wächst

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Kreislauf" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische Bilder von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt, die die Auswirkungen von begrenzter Bildung veranschaulichen.

Junge Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Radikalisierung im Netz wächst

Eine neue Studie zeigt sinkende Zufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur die Hälfte der Befragten blickt positiv auf ihre aktuelle Funktionsweise. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt zugleich vor der zunehmenden Online-Radikalisierung in derselben Altersgruppe.

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Die Erhebung ergibt, dass 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen und 51 Prozent der 19- bis 29-Jährigen mit der gelebten Demokratie zufrieden sind. Besonders stark ist der Rückgang in der Altersgruppe unter 45 Jahren: Nur noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen stehen hinter demokratischen Werten.

Laut den Ergebnissen kommt Schulen eine zentrale Rolle bei der politischen Bewusstseinsbildung zu. Zwar lernen 73 Prozent der jungen Befragten im Unterricht etwas über Demokratie, doch nur 57 Prozent fühlen sich sicher, politische Informationen selbstständig zu recherchieren. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent wünscht sich, dass Schulen mehr politische Themen behandeln.

Prien verwies auf die Gefahren digitaler Räume, in denen junge Menschen emotional manipuliert und mit extremistischem Inhalt konfrontiert werden. Sie nannte insbesondere Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Radikalisierung, die sich über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen verbreiten. Die Studie unterteilt die Haltung der Bevölkerung in drei Kategorien: 44 Prozent als überzeugte Demokraten, 42 Prozent als Unentschlossene und 8 Prozent als Demokratiegegner.

Zudem zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und demokratischer Haltung: Wer mit den persönlichen Umständen zufrieden ist, bewertet auch die gesellschaftlichen Verhältnisse tendenziell positiver.

Der Bericht betont die Notwendigkeit einer verstärkten demokratischen Bildung an Schulen, um Online-Gefahren entgegenzuwirken. Gleichzeitig wird eine Lücke zwischen schulischer Vermittlung und eigenständigem politischem Engagement deutlich. Da seit 2021 keine aktualisierten Daten vorliegen, gestaltet sich die langfristige Trendanalyse in Nordrhein-Westfalen schwierig.

Quelle