Holzingers radikales Pfingstspiel zwischen Monstertrucks und nackter Rebellion
Angelo ReuterHolzingers radikales Pfingstspiel zwischen Monstertrucks und nackter Rebellion
Florentina Holzinger inszeniert ein kühnes Pfingstspiel im Wiener Eislaufverein
Florentina Holzinger hat im Wiener Eislaufverein in Wien ein mutiges Pfingstspiel auf die Bühne gebracht. Die Aufführung verband spektakuläre Bilder mit provokanten Szenen – von Monstertrucks bis zu akrobatischen Flugkunststücken. Im Anschluss wurden die Zuschauer nach Schloss Prinzendorf gebracht, einem historischen Ort mit Bezug zur Avantgarde-Theaterszene, wo der dramatische Höhepunkt stattfand.
Die Vorstellung begann in Wien, bevor sie nach Prinzendorf verlegt wurde, wo Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble den Schlosshof okkupierte. Eine Darstellerin wurde nackt gekreuzigt, während Drohnen ihren Körper mit roter Farbe besprühten – eine Aktion, die als „Malperformance“ beschrieben wurde. In der Nähe entstand eine „Letzte Abendmahl“-Szene, bei der einige Teilnehmerinnen Haken in Schultern und Knie gesetzt bekamen.
Zuvor hatte sich eine nackte Frau an der Fassade des Hotels Intercontinental abgeseilt – eine Reminiszenz an Trisha Browns Performance von 1970. Eine Fallschirmspringerin mit Taubenhelm landete anschließend auf dem Feld, entpuppte sich als Schwertschluckerin und pflanzte eine weiße Fahne in einen zermalmten Panzer, der von einem Monstertruck zurückgelassen worden war. Holzinger erklärte, die Zerstörung des Panzers symbolisiere einen Aufruf zum Frieden.
Die Produktion setzte auf eine opulente Mischung aus Requisiten, darunter Autos, Motorräder und der Monstertruck selbst. Holzinger fragte, warum nackte Frauen nicht auch Geländemaschinen und schwere Fahrzeuge genießen sollten, und deutete das Stück als Rückeroberung von Raum und als Auflehnung gegen Normen. Die Aufführung endete mit ihr und ihren Darstellerinnen, die schwebend über dem Publikum in der Luft hingen.
Holzingers Pfingstspiel vereinte Schock und Spektakel, nutzte extreme Bilder und großformatige Requisiten, um Erwartungen herauszufordern. Die Veranstaltung markierte ihre erste Inszenierung dieser Art im Wiener Eislaufverein und ehrte zugleich Prinzendorfs Erbe als Schauplatz radikalen Theaters.






