10 May 2026, 08:25

Historischer Kartellprozess: Edelstahlbranche vor Gericht wegen jahrelanger Preisabsprachen

Altes deutsches Aktienzertifikat mit der Aufschrift "Louis Spohr - Zweites Deutsches Lieder" und einem roten Rand und weißem Hintergrund.

Stahllegierungen: Gab es Absprachen zwischen Herstellern? - Historischer Kartellprozess: Edelstahlbranche vor Gericht wegen jahrelanger Preisabsprachen

Ein großer Gerichtsprozess wegen angeblicher Preisabsprachen in der Edelstahlbranche beginnt diese Woche in Düsseldorf. Das Oberlandesgericht wird Vorwürfe prüfen, wonach Unternehmen zwischen Ende 2002 und Anfang 2016 heimlich Preise abgestimmt haben sollen. Zwei Firmen und ein Manager wehren sich nun gegen Jahre zuvor verhängte Bußgelder.

Die Ermittlungen, bekannt als das „Edelstahl-Verfahren“, begannen nach Razzien der Kartellbehörden in Unternehmen im November 2015. Ein Kronzeugenantrag hatte die Untersuchungen ausgelöst. Bis 2018 und 2021 verhängte das Bundeskartellamt gegen zehn Unternehmen, zwei Branchenverbände und siebzehn Personen insgesamt Strafen in Höhe von 355 Millionen Euro.

Die meisten der Betroffenen akzeptierten die Bußgelder, doch zwei Unternehmen und ein Manager legten Widerspruch ein. Ihr Fall wird nun vor Gericht verhandelt, die Verhandlungen sollen bis Ende Januar dauern. Siebzehn weitere Verhandlungstermine sind angesetzt.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen geheime Absprachen über zentrale Preiskomponenten. Die Behörden werfen den Unternehmen und Verbänden vor, über ein Jahrzehnt hinweg gemeinsam die Edelstahlpreise gesteuert zu haben.

Der Prozess folgt auf jahrelange Ermittlungen und Strafen. Bestätigt das Gericht die Bußgelder, wären die noch ausstehenden Berufungen erledigt. Das Urteil könnte den Schlussstrich unter einen der größten Kartellfälle Deutschlands ziehen.

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