14 March 2026, 06:56

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Das J Reicher Hotel in Berlin, ein altes Gebäude mit Fenstern, Treppen mit Geländern und Töpfen mit Pflanzen, mit ein paar Menschen und einem sichtbaren Himmel im Hintergrund.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat sich ein Stück deutscher Comedy-Geschichte gesichert: das Haus am Starnberger See von Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Der Fernsehmoderator und Produzent schätzt seit langem das Werk des legendären Satirikers. Zwar entstanden viele von Loriots berühmten Sketchen und Filmen an anderen Orten, doch das Anwesen bleibt ein Symbol für sein künstlerisches Erbe.

Der Kauf reiht sich ein in Jauchs Engagement für den Erhalt kultureller Stätten, darunter das Marmorpalais in Potsdam. Diesmal jedoch steht das private Refugium eines der beliebtesten Komiker Deutschlands im Mittelpunkt.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol – auf Französisch Loriot – der ihm später als Künstlername diente. Bereits in den 1950er-Jahren veröffentlichte er humorvolle Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft oder Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick.

Seine späteren Filme Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), in denen Evelyn Hamann mitspielte, wurden zu Klassikern. Doch die meisten seiner Werke entstanden fernab des Starnberger Sees: Pappa ante Portas wurde in Hamburg und auf Sylt gedreht, während die chaotische Wohnungszerstörung aus dem Sketch Zimmerverwüstung (1976) im Studio entstand. Selbst das ikonische Esszimmer der Familie Lohse, in dem der 16-jährige Dieter neben seinen Eltern saß, wurde nicht im Originalhaus nachgebaut.

Einer der wenigen realen Drehorte mit Loriot-Bezug war die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom, die in Pappa ante Portas als Kulisse für die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter diente. Der TV-Sketch Ödipus (1978) wiederum entstand in München – und nicht, wie oft angenommen, in Berlin oder Potsdam.

Mit dem Kauf des Anwesens setzt Jauch seine Tradition fort, kulturelles Erbe zu bewahren. Schon seine Unterstützung bei der Restaurierung des Marmorpalais zeigte sein Engagement für bedeutende Stätten. Nun gesellt sich Loriots ehemaliges Domizil dazu – auch wenn die Verbindung zu seinen Werken eher symbolisch als tatsächlich ist.

Das Haus am Starnberger See wird weiterhin mit Loriots Namen verbunden bleiben, selbst wenn seine bekanntesten Szenen anderswo entstanden. Jauchs Erwerb sorgt dafür, dass das Anwesen im öffentlichen Bewusstsein bleibt – ähnlich wie die Sketche und Filme, die ihren Schöpfer zu einer deutschen Legende machten. Für Fans ist das Anwesen nun ein weiterer greifbarer Teil der deutschen Comedy-Geschichte.

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