20 February 2026, 05:04

Gericht stoppt Fake-Profil: Böhmermanns Sieg gegen digitale Identitätsklau

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit der Aufschrift "Es ist Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen."

Gericht stoppt Fake-Profil: Böhmermanns Sieg gegen digitale Identitätsklau

Ein deutsches Gericht hat Jan Böhmermann angewiesen, ein gefälschtes Profil zu löschen, das den Satiriker nachahmt. Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen den Account, der Böhmermanns Bild und Namen nutzte. Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht der Vorwurf, die Plattform profitiere von Desinformation und gefälschten Inhalten. Das Trittbrettfahrer-Profil mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" veröffentlichte wiederholt hetzerische Inhalte. Es imitierte das Profilbild des echten Böhmermann und verbreitete täglich mehrere Beiträge. Böhmermanns Rechtsvertreter argumentieren, die Posts hätten gezielt Hass schüren und rechtsextreme Nutzer gegen ihn aufhetzen sollen. Böhmermanns Rechtsvertreter drängen nun auf weitere Schritte. Sie kündigten an, X auf Herausgabe von Informationen zu verklagen, wie viel Umsatz das Unternehmen mit Fake-Accounts unter seinem Namen erzielt hat. Die Anwälte werfen X vor, primär profitorientiert zu handeln – auch durch Einnahmen aus irreführenden oder schädlichen Inhalten. X kann noch gegen die Gerichtsentscheidung Berufung einlegen. Die Plattform hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob sie die einstweilige Verfügung anfechten oder der Löschanordnung nachkommen wird. Das Urteil markiert einen Etappensieg in Böhmermanns Kampf gegen digitale Identitätsdiebstähle. Seine Anwälte fordern Transparenz über die Einnahmen von X durch gefälschte Profile. Der Fall könnte Präzedenzcharakter dafür haben, wie Plattformen mit Desinformation im Zusammenhang mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens umgehen.