02 April 2026, 16:31

Gefängnistheater in Wiesbaden: Wie Bühnenkunst junge Häftlinge verändert

Ein Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" ist aufgeschlagen und zeigt eine Textseite und ein Logo.

Gefängnistheater in Wiesbaden: Wie Bühnenkunst junge Häftlinge verändert

Volles Haus in der Wiesbadener Jugendstrafanstalt: Gefängnistheater begeistert Publikum

Kürzlich versammelten sich 80 Zuschauer in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden, um eine eindrucksvolle Aufführung junger Inhaftierter zu erleben. Die jährliche Theaterproduktion, Teil eines langjährigen Resozialisierungsprogramms, ist längst zu einem Höhepunkt für Teilnehmer und Publikum geworden.

Das Theaterprojekt der Anstalt startete 2008 und hat seitdem über 200 Gefangene in 18 Inszenierungen eingebunden. Jährlich wirken rund 20 bis 25 Häftlinge mit, die ein vollständiges Stück einstudieren und aufführen. In diesem Jahr stand DNA auf dem Programm – ein packendes Drama des britischen Autors Dennis Kelly, das zeigt, wie Gruppendynamik unter Jugendlichen in Gewalt umschlagen kann.

Die Vorstellung fand auf der hauseigenen Studiobühne statt, der ersten und einzigen ihrer Art in Deutschland. Als der letzte Vorhang fiel, brandete begeisterter Applaus auf. Hinter den Kulissen arbeitet die Kostümbildnerin Nathalie Meyer seit einem Jahrzehnt am Projekt mit, während B., zuständig für Licht und Ton, zwar die Verantwortung schätzt, aber lieber im Hintergrund bleibt.

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Für das kommende Jahr plant Regisseur Matze Vogel mit einer kleineren Gruppe zu arbeiten. Er ist überzeugt, dass die Bühnenerfahrung den Inhaftierten soziale Kompetenzen vermittelt und sie auf ein Leben nach der Entlassung vorbereitet. Ein Darsteller, J., brachte die Wirkung auf den Punkt: "Theater lässt mich frei fühlen."

Jede Aufführung in Wiesbaden ist innerhalb weniger Tage ausverkauft – ein Beweis für die Beliebtheit des Projekts. Mit 18 produzierten Stücken bietet das Programm den Gefangenen weiterhin die Chance, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein aufzubauen. Die Vorbereitungen für die nächste Inszenierung laufen bereits.

Quelle