Gedenklesung in Düren erinnert an Reyhaneh Jabbaris mutigen Widerstand im Iran
Ivan SchachtGedenklesung in Düren erinnert an Reyhaneh Jabbaris mutigen Widerstand im Iran
Gedenklesung für Reyhaneh Jabbari in der Dürener Stadtbibliothek
Am 2. März 2026 findet in der Dürener Stadtbibliothek eine besondere Lesung statt, die an Reyhaneh Jabbari erinnern soll. Mit nur 19 Jahren wurde sie im Iran zum Tode verurteilt, nachdem sie sich gegen ihren Vergewaltiger zur Wehr gesetzt hatte. An diesem Abend werden Auszüge aus dem Buch "Wie man ein Schmetterling wird" vorgelesen, das ihre Mutter, Shole Pakravan, verfasst hat.
Die Veranstaltung wird von Amnesty International, der Dürener Stadtbibliothek und der Initiative gegen die Todesstrafe organisiert. Ziel ist es, auf die anhaltenden Kämpfe von Frauen im Iran aufmerksam zu machen. Die Türen öffnen um 18:30 Uhr, die Lesung beginnt um 19:00 Uhr.
Die Lehrerin Edgitha Stork wird die Rolle von Reyhaneh Jabbari übernehmen und deren Mut und Widerstandskraft lebendig werden lassen. Gabi Uhl, ehemalige Lehrerin und professionelle Sprecherin, liest die Passagen von Shole Pakravan, Reyhanehs Mutter. Der Eintritt ist für alle Besucher:innen frei.
Shole Pakravan floh 2017 nach jahrelangem Engagement aus dem Iran nach Berlin. In ihrem Buch erzählt sie die Geschichte ihrer Tochter und deckt das Leid von iranischen Frauen unter repressiven Gesetzen auf. Trotz Drohungen und Verfolgung setzt sie sich weiterhin gegen die Todesstrafe und für Frauenrechte ein.
Historische Berichte, darunter eine UN-Untersuchung von 1990, zeigen, dass iranische Behörden jungfräuliche Frauen vor ihrer Hinrichtung zwangsverheirateten, um islamischem Recht zu entsprechen. Zwar gibt es keine genauen Zahlen zu hingerichteten Frauen, doch jüngste Proteste führten zu Tausenden Toten – geschlechtsspezifische Daten fehlen jedoch weitgehend.
Die Veranstaltung hält Reyhaneh Jabbaris Geschichte wach und lenkt den Blick auf den anhaltenden Kampf um Gerechtigkeit im Iran. Durch die Worte ihrer Mutter wollen die Organisator:innen auf die Gefahren aufmerksam machen, denen Frauen dort noch immer ausgesetzt sind. Die Lesung ist zugleich eine Hommage und ein Aufruf zum weiteren Widerstand gegen Unterdrückung.
