24 February 2026, 15:30

Flucht eines Sexualstraftäters aus psychiatrischer Klinik in Münster bleibt monatelang geheim

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Feldes mit einem Hügel im Hintergrund, einem Gebäude auf der rechten Seite und einem Himmel oben, mit dem Text "New York State Penitentiary" unten.

Flucht eines Sexualstraftäters aus psychiatrischer Klinik in Münster bleibt monatelang geheim

Im September 2022 entkam ein verurteilter Sexualstraftäter aus einer psychiatrischen Klinik in Münster-Amelsbüren. Die Behörden hielten den Vorfall damals unter Verschluss, doch inzwischen sind Details bekannt geworden. Der 33-jährige Iraner war seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der Ausländerbehörde untergebracht, nachdem er etwa 15 Jahre in der Einrichtung verbracht hatte. Dem Täter war ein vorübergehender Ausgang aus der Klinik gewährt worden, doch er kehrte nicht zurück. Die Polizei bestätigte die Flucht, entschied sich jedoch gegen eine öffentliche Bekanntgabe. Mittlerweile geht man davon aus, dass er ins Ausland geflohen ist, und verfolgt ihn mit einem Europäischen Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft lehnte es ab, weitere Einzelheiten preiszugeben, und verwies auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen verwies alle Anfragen an die Polizei, während der Klinikträger, die Alexianer GmbH, keine Stellung nehmen wollte. Eine lokale Bürgerinitiative, AlexianerForensik – Sicherheit VOR Therapie, hat sich zu dem Vorfall geäußert. Sie behauptet, die Flucht bestätige ihre langjährigen Bedenken, insbesondere im Hinblick auf Kontakte von Patienten mit Kindern in der Umgebung des Ausländeramts. Der Flüchtige ist weiterhin auf freiem Fuß, während die Behörden die Suche in internationaler Zusammenarbeit fortsetzen. Der Fall hat die Debatte über Sicherheitsvorkehrungen in forensischen psychiatrischen Einrichtungen neu entfacht. Bisher wurden keine weiteren offiziellen Stellungnahmen abgegeben.