26 January 2026, 17:08

EU und Indien verhandeln über Handelsabkommen – Deutschlands Exporte boomen

Ein aufgeschlagenes Buch mit dem Titel "Foreign Powers, Parties to the Conventions Between Great Britain and France, relating to the Slave Trade" auf dem Cover.

EU und Indien verhandeln über Handelsabkommen – Deutschlands Exporte boomen

Die Europäische Union und Indien verhandeln derzeit über eine Stärkung der Handelsbeziehungen, während Deutschland einen deutlichen Anstieg seiner Exporte in das Land verzeichnet. Seit 2019 sind die deutschen Lieferungen nach Indien um fast 40 Prozent gestiegen, während die Ausfuhren nach China um etwa 15 Prozent zurückgingen. Ein mögliches Freihandelsabkommen könnte diese wirtschaftliche Verschiebung weiter vertiefen, stößt jedoch auf Hindernisse in Schlüsselsektoren und bei politischen Fragen.

Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte europäischen Unternehmen neue Chancen eröffnen. Besonders deutsche Maschinenbau- und Elektronikfirmen könnten ihre Abhängigkeit von chinesischen Importen verringern, indem sie vermehrt aus Indien beziehen. Zudem bietet Indiens starker IT-Sektor Europa die Möglichkeit, sich weniger von US-Technologiedienstleistungen abhängig zu machen.

Doch die Verhandlungen stocken. Beide Seiten zeigen sich zurückhaltend bei Stahlimporten, Exportbeschränkungen für Autos und der geplanten CO₂-Grenzsteuer der EU. Der sensible Agrarsektor wird voraussichtlich weitgehend aus dem Abkommen ausgeklammert bleiben. Damit das Abkommen gelingt, sind Kompromisse nötig, um sicherzustellen, dass die wirtschaftlichen Vorteile die Nachteile überwiegen. Der Vorstoß für engere Beziehungen kommt zu einer Zeit, in der der Welthandel zunehmend fragmentiert ist. Die Finalisierung eines EU-Indien-Abkommens wäre ein strategischer Schritt in diesem sich wandelnden Umfeld – und könnte Indiens Rolle als wichtiger Handelspartner für die exportorientierten Volkswirtschaften der EU festigen.

Wird das Freihandelsabkommen genehmigt, dürfte es die deutschen Exporte nach Indien weiter steigern. Zudem könnte es helfen, Lieferketten in kritischen Branchen wie Maschinenbau und IT zu diversifizieren. Allerdings wird die Beilegung von Streitigkeiten über Zölle, Kontingente und Umweltvorschriften entscheidend sein, bevor eine endgültige Einigung erzielt werden kann.

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