30 December 2025, 22:59

Digitaler Schock: Wie die Deutsche Bahn an veralteter Technik scheitert

Volles Bahnsteig mit mehreren Zügen auf den Gleisen und vielen Menschen auf dem Bahnsteig.

Digitaler Schock: Wie die Deutsche Bahn an veralteter Technik scheitert

Güterzüge, die von den Niederlanden nach Deutschland übertreten, erleben einen eklatanten Kontrast in der Bahntechnologie. Auf niederländischer Seite sorgen digitale Systeme wie ETCS für einen reibungslosen Betrieb, während in Deutschland veraltete Infrastruktur die Lokführer auf altmodische Signale angewiesen macht. Diese Kluft unterstreicht die Schwierigkeiten der Deutschen Bahn, die bei der Modernisierung ihres Netzes hinterherhinkt.

Hans Blom, ein Lokomotivführer mit fast vier Jahrzehnten Erfahrung, steuert einen 700 Meter langen Güterzug vom Rangierbahnhof Kijfhoek nach Duisburg. Seine Fahrt beginnt auf dem niederländischen Abschnitt der Betuwe-Strecke, die ohne Bahnhöfe oder Bahnübergänge verläuft. Die Strecke ist vollständig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgestattet, das Signale direkt an den Führerstandsmonitor übermittelt, die Geschwindigkeit regelt und eine nahezu automatisierte Fahrt ermöglicht.

Sobald der Zug die Grenze nach Deutschland überquert, muss Blom abrupt von digitalen Anzeigen auf herkömmliche Lichtsignale am Gleis umschalten. Der Wechsel ist abrupt, doch er spiegelt ein grundlegendes Problem wider: Die Deutsche Bahn hat ETCS bisher nur auf etwa 1,5 % ihres 57.000 Kilometer langen Streckennetzes installiert – das entspricht rund 683 Kilometern bis Ende 2024, mit Plänen, 2025 weitere 157 Kilometer hinzuzufügen. Der Rest des Systems bleibt in der Vergangenheit stecken und zwingt zu Umwegen und Verspätungen.

Bloms Route ist gespickt mit Baustellen und Umleitungen – eine direkte Folge von Unterfinanzierung und zögerlichem Fortschritt. Sowohl die Deutsche Bahn als auch das Bundesverkehrsministerium geben zu, dass die Mittel für digitale Aufrüstungen entweder unzureichend waren oder ineffizient eingesetzt wurden. Während die niederländische Seite die Zukunft des Schienenverkehrs vorführt, bremst Deutschlands marode Infrastruktur die Entwicklung aus.

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Die Lücke zwischen den Bahnsystemen der Niederlande und Deutschlands setzt Lokführer wie Blom unter zusätzlichen Druck. Ohne eine flächendeckende Einführung von ETCS werden Güter- und Personenzüge weiterhin mit Ineffizienzen kämpfen. Die zurückgestuften Digitalisierungspläne der Deutschen Bahn bedeuten, dass Verspätungen und manuelle Abläufe noch Jahre lang an der Tagesordnung bleiben werden.