18 February 2026, 11:20

Combat-18-Prozess ausgesetzt: 500 Euro als Chance auf Straffreiheit

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden und hält Schilder, mit einem Banner und einem Apfel auf der Straße, und eine Frau steht rechts daneben und sieht besorgt aus.

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Combat-18-Prozess ausgesetzt: 500 Euro als Chance auf Straffreiheit

Ein deutsches Gericht hat den Prozess gegen vier mutmaßliche Führungskräfte der verbotenen neonazistischen Gruppe Combat 18 vorläufig ausgesetzt. Die Verhandlung wurde unter der Auflage unterbrochen, dass jeder Angeklagte bis Mitte August 500 Euro an eine Kinderhilfsorganisation zahlt. Bei fristgerechter Zahlung wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Die vier Männer gehörten zu 17 Personen, die im April 2022 bei einer bundesweiten Razzia gegen Combat 18 Deutschland festgenommen worden waren. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die Strukturen der Gruppe mindestens bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten zu haben – obwohl sie 2020 wegen ihrer Gegnerschaft zur verfassungsmäßigen Ordnung und der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts verboten worden war.

Einer der Angeklagten soll die Führung übernommen und mindestens 14 geheime Treffen organisiert haben. Zwei weitere sollen Initiationsrituale für neue Mitglieder geplant haben. Ein Vierter wird beschuldigt, rechtsextreme Rockkonzerte veranstaltet und Merchandise-Artikel mit Symbolen der Gruppe vertrieben zu haben.

Das Gericht begründete die Aussetzung mit der langen Verfahrensdauer und der Wahrscheinlichkeit, dass im Falle einer Verurteilung lediglich Geldstrafen verhängt worden wären. Die Angeklagten haben nun bis Mitte August Zeit, die Zahlungsauflage zu erfüllen.

Falls die vier Männer die geforderten 500 Euro überweisen, werden die Anklagepunkte vollständig fallengelassen. Die Entscheidung folgt auf eine zweijährige Ermittlung zu den Aktivitäten von Combat 18 nach dessen offiziellen Verbot. Der Fall markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands anhaltendem Vorgehen gegen rechtsextremistische Netzwerke.