20 March 2026, 18:29

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung und Frauenverachtung vor

Schwarz-weißes Magazin-Cover mit der Überschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und schmunzelt.

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung und Frauenverachtung vor

Christian Ulmen, bekannter deutscher Komiker und TV-Moderator, sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, explizite Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonsex betrieben zu haben. Die Anschuldigungen bringen die langjährige Diskussion über Ulmens umstrittene, frauenfeindliche TV-Formate erneut ins Rollen.

Fernandes bezeichnete sein Handeln als "virtuelle Vergewaltigung" und betonte, er habe Grenzen überschritten, die Teil eines größeren Musters von Frauenverachtung in seinem beruflichen und privaten Umfeld seien.

Ulmen wurde in den frühen 2000er-Jahren mit Sendungen bekannt, die oft auf plumpem Klischeedenken basierten. "Ulmen-TV" (2003–2006, MTV) karikierte Frauen auf eine Weise, die Kritiker als objektivierend brandmarkten. "Neues aus Büttenwarder" (2003–2005, Sat.1) bediente überholte Rollenbilder. Doch seine umstrittensten Formate folgten später, allen voran "Mein neuer Freund" (Mitte der 2000er, ProSieben), in dem er wöchentlich einen anderen "Albtraum-Freund" spielte. Das Konzept: Frauen mussten zunehmend demütigendes Verhalten ihres neuen Partners – oft von Ulmen verkörpert – ertragen, bis sie aufgaben oder für einen Geldpreis durchhielten.

In "Wer will meine Freundin vögeln?" ließ Ulmens Figur Uwe Wöllner Männer gegeneinander antreten, um zu bestimmen, wer die "heißeste" Freundin habe. Die Aufgaben reichten von unerwünschten Avancen in einem Café bis zu Besuchen in einem Bordell, wo gezählt wurde, wie viele Freier sich den Frauen näherten. Eine wiederkehrende Figur, der adlige Snob Alexander von Eich, erniedrigte seine Freundin systematisch – und avancierte dennoch zum Kultcharakter beim Publikum.

Als Fernandes, selbst Moderatorin, die Beziehung zu Ulmen einging, fragten sich manche angesichts seines Images als darstellerisch dominanter, unsympathischer Macho, was sie an ihm finde. Nun fügen sich ihre öffentlichen Vorwürfe in eine wachsende Reihe realer Fälle ein, in denen Frauen über Machtmissbrauch durch einflussreiche Männer sprechen. Online greifen viele den Leitspruch der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot auf: "Die Scham muss die Seite wechseln."*

Fernandes' Aussagen rücken Ulmens Karriere, die stets auf frauenverachtendem Humor aufbaute, erneut in den Fokus. Die Vorwürfe der digitalen Identitätsfälschung und Manipulation belasten sein Image zusätzlich. Gleichzeitig gewinnt die Debatte über Verantwortung in der Unterhaltungsbranche an Fahrt – immer mehr Frauen berichten von ihren Erfahrungen mit Übergriffen und Herabwürdigung durch Männer in der Industrie.

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