Charli XCX in Berliner Kontroverse: Unwissentlich auf Russland-naher Party
Friedl RädelCharli XCX in Berliner Kontroverse: Unwissentlich auf Russland-naher Party
Popstar Charli XCX gerät nach Berlinale-Afterparty in unerwartete Kontroverse
Die Sängerin Charli XCX steht nach ihrem Besuch einer Afterparty in Berlin zu ihrem neuen Mockumentary The Moment plötzlich im Mittelpunkt einer unerwarteten Debatte. Die von Anastasia Schewzowa organisierte Veranstaltung sorgt für Kritik, nachdem mutmaßliche Verbindungen der Gastgeberin zur russischen Regierung bekannt wurden.
Mittlerweile hat sich die Künstlerin zu Wort gemeldet, Russlands Vorgehen in der Ukraine scharf verurteilt und betont, sie habe nichts von den Hintergründen der Veranstalterin gewusst.
Die Party fand im Anschluss an die internationale Premiere von The Moment auf der Berlinale statt. Der satirische Film des Regisseurs Aidan Zamiri nimmt die Mainstream-Musikindustrie auf die Schippe und zählt Alexander Skarsgård, Rachel Sennott und Kylie Jenner zu den Mitwirkenden. Die Kritiken fallen gemischt aus: Das NME vergab drei Sterne und lobte vor allem die memetauglichen Szenen sowie Charli XCX' Auftritt.
Die Gastgeberin Anastasia Schewzowa hat sich unterdessen von der Diskussion distanziert. Medienberichten zufolge soll sie Verbindungen zur Tradizija-Stiftung haben, einer Organisation mit engen Kontakten zur russischen Regierung. Die Stiftung, der auch Persönlichkeiten wie Wladimir Jakunin nahestehen, fördert kulturelle Projekte mit orthodox-christlichem Fokus, patriotische Jugendarbeit und internationale politische Initiativen, die antwestliche Narrative verbreiten.
In einer Stellungnahme verurteilte Charli XCX die Handlungen der russischen Regierung in der Ukraine und bekräftigte ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk. Sie versicherte, weder sie noch ihr Team hätten von den angeblichen Verknüpfungen gewusst, und betonte, dass sie selbst nicht in die Organisation der Veranstaltung involviert gewesen sei.
Abseits der Kontroverse bleibt die Künstlerin mit anderen Projekten beschäftigt: Sie komponierte den Soundtrack für die anstehende Neuverfilmung von Sturmhöhe mit Jacob Elordi und Margot Robbie in den Hauptrollen. Zudem erschien ein Begleitalbum zum Film, auf dem auch eine Zusammenarbeit mit Sky Ferreira zu hören ist.
Der Afterparty-Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit auf Charli XCX – und zwar aus Gründen, die wenig mit ihrer Musik oder Filmarbeit zu tun haben. Ihre klare Haltung gegen die Politik der russischen Regierung ist nun unmissverständlich. Währenddessen läuft The Moment weiter auf Festivals, und der Sturmhöhe-Soundtrack bleibt eines ihrer wichtigsten Projekte des Jahres.