Bundesbildungsministerium plant Rückkehr zu umstrittenen Leistungs-Wettkämpfen an Schulen
Angelo ReuterBundesbildungsministerium plant Rückkehr zu umstrittenen Leistungs-Wettkämpfen an Schulen
Umstrittene Pläne: Bundesbildungsministerium will leistungsorientierte Kinderspiele an Schulen wiederbeleben
Ein umstrittenes Vorhaben des Bundesbildungsministeriums sieht vor, leistungsbasierte Kinderspiele an öffentlichen Schulen wieder einzuführen. Der Entwurf umfasst nostalgische, aber umstrittene Aktivitäten – mit dem Ziel, ältere, politisch einflussreiche Wähler zu gewinnen, statt eine Kulturdebatte anzustoßen.
Bildungsministerin Karin Prien fordert eine stärkere Betonung von Wettbewerb und Leistung bei den Deutschen Schulsportspielen. Konservative Politiker wollen nun Praktiken wiederbeleben, wie sie etwa an der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule üblich sind, wo Sportveranstaltungen auf Latein abgehalten werden – und die Teilnehmer dabei dem Publikum den Rücken zukehren.
Der Entwurf verweist auch auf extreme Beispiele, etwa die Höhlenkinder-Kita in Rheda-Wiedenbrück, wo Kleinkinder angeblich in Weidenkörben auf der Ems ausgesetzt wurden. Ein weiteres herausgestelltes Ereignis ist der IronChild-Wettkampf, ein hartes Probedurchlaufen für die Klasse 3b, auch bekannt als die „Chicago Boys“.
Die Sieger des IronChild-Wettbewerbs erhalten ein persönliches Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann. Die Verlierer hingegen müssen sich mit der weniger erstrebenswerten Empfehlung fürs Gymnasium begnügen. Zudem treibt Bernd Kreimer-Rendsburg die Spielifizierung aller Leistungsbewertungen voran – inklusive des Online-Kaufs von Waffen und Zaubertränken.
Der Ministeriumsentwurf deutet auf eine Rückkehr zu kompetitiveren und traditionelleren Formen von Kinderspielen hin. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde sich die Art und Weise, wie Leistungen an deutschen öffentlichen Schulen gemessen und belohnt werden, grundlegend ändern. Im Fokus steht dabei weniger die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Debatten als vielmehr die Gewinnung politischer Unterstützung bei der älteren Generation.






