Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Knödelwerfer
Friedl RädelWenn's grün ist, hoppeln - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Knödelwerfer
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch regionale Kultursymbole
Die Umstellung verleiht alltäglichen Straßenüberquerungen eine Prise regionaler Identität. Manche Entwürfe stoßen jedoch auf Widerstand der Behörden.
In München leuchten seit Kurzem drei Ampeln im Stadtteil Lehel mit der schelmischen Figur des Pumuckl. Nicht weit entfernt zeigt Straubing den Bruder Straubinger, während in Dachau die Signale Figuren in traditioneller bayerischer Tracht abbilden. Da die Resonanz der Anwohner positiv ausfiel, plant die Stadt weitere Motive. Bisher beliefen sich die Kosten auf 300 Euro für Schablonen zuzüglich des Designerhonorars.
Nürnberg führte im Februar 2026 eine eigene thematische Ampel ein: Albrecht Dürers Feldhase – sitzend bei Rot, hüpfend bei Grün. Die Stadt holte keine landesweite Genehmigung ein, da sie argumentiert, allein für den Betrieb der Anlage und mögliche Vorfälle verantwortlich zu sein.
Die Augsburger Kasperl-Ampel nahe dem Theater erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. In Deggendorf wirft eine Frau Knödel, um Fußgängern den Überweg anzuzeigen. Hofs Vorschlag für eine Wärschtlamo-Ampel (Wurstverkäufer) wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken blockiert, später aber doch genehmigt.
Das bayerische Innenministerium lehnt die Nutzung von Ampeln für lokale Eigenheiten oder soziopolitische Botschaften ab. Dennoch setzen die Städte weiterhin auf die individuellen Designs.
Der Trend zu thematischen Fußgängersignalen breitet sich in Bayern aus. Während einige Städte ohne Rückendeckung des Freistaats handeln, holen andere die nötigen Genehmigungen ein oder passen ihre Pläne an Sicherheitsvorgaben an. Die Ampeln bleiben ein kleines, aber sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die lokale Kultur.






