Baden-Baden feiert Nijinsky und die Ballets Russes mit Neumeiers Schätzen
Ivan SchachtBaden-Baden feiert Nijinsky und die Ballets Russes mit Neumeiers Schätzen
Große Ausstellung in Baden-Baden würdigt das Erbe des Ballettlegende Wasslaw Nijinsky und anderer Stars der Ballets Russes
Der international renommierte Choreograf John Neumeier wird vom 3. Oktober an seine private Sammlung im Stadtmuseum Baden-Baden präsentieren. Die Ausstellung fällt zusammen mit einem Tanzfestival, bei dem auch Neumeiers eigenes Ballett Nijinsky zu sehen sein wird – eine Hommage an den revolutionären Tänzer, der vor über einem Jahrhundert in dem deutschen Kurort weilte.
Im August 1913 hielt sich Nijinsky im Brenners Parkhotel in Baden-Baden auf, um sich nach einer anstrengenden Saison zu erholen. Während seines Aufenthalts arbeitete er mit Sergei Djagilew an einem experimentellen Bach-Ballett, von dessen radikaler Choreografie heute nur noch Fragmente existieren. Skizzen zeigen eckige, vom Kubismus inspirierte Posen und statische Gruppenformationen – Elemente, die später in Produktionen wie der Wiederaufführung des Joffrey Ballet von 1991 rekonstruiert wurden.
Ebenfalls im August 1913 trat Anna Pawlowa am 26. des Monats in Baden-Baden mit ihrem ikonischen Sterbender Schwan auf. Schon vor ihrem Auftritt hatte ihr Gastspiel für Aufsehen gesorgt. Beide Tänzer waren prägende Figuren der Ballets Russes, einer Kompanie, die den Tanz des frühen 20. Jahrhunderts neu definierte.
Neumeier, der Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet, wird während des Festivals Die Welt des John Neumeier (2. bis 12. Oktober) sein Ballett Nijinsky präsentieren. Den Abschluss bildet Neumeiers Epilog, der vom 10. bis 12. Oktober aufgeführt wird. Parallel zeigt seine Ausstellung im Stadtmuseum seltene Stücke aus seinem umfangreichen Tanz- und Ballettarchiv.
Festival und Ausstellung rücken Nijinskys avantgardistischen Einfluss sowie Pawlowas zeitlose Kunst in den Fokus. Neumeiers Sammlung und Aufführungen bieten einen seltenen Einblick in ihr bahnbrechendes Schaffen. Die Veranstaltungen beginnen am 2. Oktober – genau ein Jahrhundert nach ihrer historischen Präsenz in Baden-Baden.






