07 June 2026, 14:25

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung nach doppelter Medikamentenabgabe

90.000 Euro Strafe: 'Wir Hätten Die Tabletten Zählen Sollen'

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung nach doppelter Medikamentenabgabe

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von fast 90.000 Euro konfrontiert. Der Apotheker hatte einem einzigen Patienten zwei hochpreisige Rezepte für dasselbe Medikament, Idhifa, ausgestellt. Eine regionale Krankenkasse wirft ihm vor, gegen Apothekenbetriebsvorschriften verstoßen zu haben, indem er eine „unwirtschaftliche Überversorgung“ mit Arzneimitteln ermöglichte.

Der Streit begann, als Fehske zwei separate Rezepte für Idhifa – ein teures Krebsmedikament – für denselben Patienten belieferte. Die AOK Nordwest, der zuständige regionale Krankenversicherungsträger, zog die Erstattung in voller Höhe zurück und begründete dies damit, dass die doppelte Abgabe gegen die Apothekenbetriebsordnung verstoße. Sowohl die Kasse als auch ihre Aufsichtsbehörde bestätigten später in einer Anhörung des Landtags, dass die Rückforderung gerechtfertigt sei.

Fehske hat nun rechtliche Schritte eingeleitet und am Freitag Klage gegen die 87.000-Euro-Strafe eingereicht. Allerdings ziehen sich verwaltungsgerichtliche Verfahren oft über Jahre hin – mündliche Verhandlungen könnten erst 2028 stattfinden. Die finanzielle Belastung und die langanhaltende Unsicherheit haben Fehske entmutigt und seine Leidenschaft für den Beruf beeinträchtigt.

Unterdessen hat der Fall größere Aufmerksamkeit auf die Rückforderungspraxis gelenkt. Berichten zufolge hat eine Pharmazeutisch-technische Assistentin und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ihren Job aufgegeben, um in die Rückforderungsabteilung einer Krankenkasse zu wechseln.

Das Gericht wird nun entscheiden, ob Fehske den vollen Betrag zurückzahlen muss oder ob die Rückforderung überzogen war. Der Fall zeigt jedenfalls die finanziellen Risiken, denen Apotheker bei der Abgabe hochpreisiger Medikamente ausgesetzt sind. Mit einem endgültigen Urteil ist erst in mehreren Jahren zu rechnen.

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