26 April 2026, 12:40

15 Jahre nach dem Kölner Archiv-Einsturz: Eine Wunde bleibt offen

Schwarzes und weißes Foto einer Stadt nach einer Katastrophe am 5. Juni 1892, das beschädigte Gebäude, Strommasten, Rauch und einen Hügel im Hintergrund zeigt, mit Text am unteren Rand.

15 Jahre nach dem Kölner Archiv-Einsturz: Eine Wunde bleibt offen

Ein verheerender Einsturz im Jahr 2009 zerstörte das Kölner Stadtarchiv und hinterließ eine tiefe Narbe in der Stadt. Die Katastrophe verschlang 1,7 Millionen historische Dokumente und forderte zwei Menschenleben. Fast 15 Jahre später ist die Baustelle immer noch nicht fertiggestellt, während juristische Auseinandersetzungen und Bergungsarbeiten weitergehen.

Der Einsturz ereignete sich während des Baus der Nord-Süd-Stadtbahnstrecke, die von den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) verantwortet wurde. Trotz fehlender Erfahrung mit derartigen Projekten trieb die KVB die Arbeiten voran. Vor der Katastrophe waren entscheidende Stahlträger gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft worden – die Statik des Bauwerks war damit fatally geschwächt.

Als der Boden nachgab, bildete sich ein gewaltiger Krater, der zwei junge Männer in benachbarten Häusern unter sich begrub. Der Einsturz ließ zudem den Turm der Kirche St. Johann-Baptist absacken, der seitdem als Kölner Schiefer Turm bekannt ist. Rettungskräfte verbrachten Monate damit, Papierschnipsel zu sieben und Fragmente an 20 Notarchive zu verteilen. Einige Dokumente konnten noch bis 2010 geborgen werden.

Die juristischen Verfahren zogen sich hin – mit gemischten Ergebnissen: Verurteilungen, Freisprüche und schließlich 2024 eine finanzielle Strafe. Die Baustelle aber blieb eine offene Wunde, erst 2023 teilweise mit Beton verfüllt. Heute prägt eine Landschaft aus Sandhügeln und wildem Gestrüpp das Gelände. Der provisorische Beton soll bald entfernt werden, während die U-Bahn-Arbeiten fortgesetzt werden – versprochen wird eine Zeitersparnis von acht Minuten.

Die Aktivistengruppe ArchivKomplex setzt sich seit 2011 für eine Mitsprache bei den Neubauplänen und eine würdige Erinnerung an die Katastrophe ein.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs bleibt eine der düstersten Stunden der Stadtgeschichte. Die Bergungsarbeiten zogen sich über Jahre hin, und die Spuren der Katastrophe sind bis heute sichtbar. Nun, da die juristischen Konsequenzen geklärt sind, rückt die Frage in den Fokus, wie dieser Ort künftig gestaltet und im Gedächtnis bewahrt werden soll.

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