26 February 2026, 17:36

117 Meter hoher Kühlturm in Frimmersdorf fällt mit einem Knall

Ein großer Schutthaufen inmitten einer Baustelle, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel, mit einer Abrissmaschine am unteren Bildrand.

Platz für das Neue: Kühlturm des Braunkohlekraftwerks explodiert - 117 Meter hoher Kühlturm in Frimmersdorf fällt mit einem Knall

117 Meter hoher Kühlturm des ehemaligen Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf gesprengt

Am Mittwoch wurde ein 117 Meter hoher Kühlturm des ehemaligen Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf kontrolliert gesprengt. Der Turm gehörte zu Block Q, einer Anlage, die 2021 endgültig abgeschaltet wurde und von Anwohnern scherzhaft "Die Quelle" genannt wurde. Das Gelände wird nun im Rahmen eines großen Digitalisierungsprojekts im rheinischen Revier umgestaltet.

In den 1960er-Jahren war das Kraftwerk Frimmersdorf einst Europas größtes Kraftwerk. Nach Jahrzehnten des Betriebs weichen die stillgelegten Anlagen nun neuen Nutzungen. Auf dem 70 Hektar großen Areal entsteht ein Digital- und Innovationshub, der Industrie, Handel und öffentliche Einrichtungen beherbergen soll.

Aus Sicherheitsgründen wurden während der Sprengung Straßen sowie ein Abschnitt des nahegelegenen Erft-Flusses vorübergehend gesperrt. Einige historische Teile der Anlage, wie die 550 Meter lange Maschinenhalle, bleiben als denkmalgeschützte Bauwerke erhalten.

Zwei zentrale Projekte für den neuen Standort stehen bereits fest: ein 20.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum für die Landes-IT-Behörde IT.NRW sowie ein Bildungscampus, der sich auf IT-Sicherheit für die öffentliche Verwaltung spezialisiert. Der nördliche Bereich, in dem der Kühlturm stand, soll voraussichtlich bis Mitte 2028 erschlossen sein.

Die Sprengung markiert einen wichtigen Schritt bei der Umwandlung des ehemaligen Kraftwerks in ein modernes Digital- und Wirtschaftszentrum. Nach Fertigstellung wird das Gelände den Strukturwandel im rheinischen Revier weg vom Braunkohleabbau unterstützen. Verantwortliche bezeichnen die Transformation als Vorbild für den Wandel in Deutschlands Industrielandschaft.