Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit Flächenrückgang und Schädlingsplagen
Ivan SchachtZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit Flächenrückgang und Schädlingsplagen
Deutsche Zuckerrübenbauern stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Produktion zurückgeht und der Marktdruck zunimmt. Seit das Mercosur-Freihandelsabkommen 2024 in Kraft getreten ist, hat sich die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland um 15 Prozent verringert – von 38.000 Hektar im Jahr 2023 auf 32.500 Hektar 2025. Die Landwirte setzen nun auf neue Pflanzenschutzmethoden, um ihre Erträge gegen Krankheiten, Schädlinge und sinkende Gewinne zu verteidigen.
Die größten Bedrohungen für die Rübenernte sind resistente Unkräuter wie Hühnerhirse, Blattkrankheiten wie die Cercospora-Pilzinfektion sowie das durch die Zikade Hyalesthes obsoleta verbreitete Rübenwurzel-Syndrom (SBR). Schwere Ausbrüche können den Zuckerertrag um 40 bis 50 Prozent mindern und zurückbleiben verkümmerte, tabakähnliche Pflanzen. Gleichzeitig drücken zollfreie Zuckerimporte und niedrige Inlandspreise viele Anbauer dazu, die Anbauflächen zu reduzieren – besonders in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern, wo die Flächen um bis zu 22 Prozent geschrumpft sind.
Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide haben geholfen, diese Probleme einzudämmen, doch die Landwirte bevorzugen stabile, langfristige Lösungen. 2025 testete Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG, Rinpode, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Es erwies sich als wirksam gegen Hühnerhirse und Ausfallraps, während es die Rüben kaum schädigte. Erste Versuche deuten darauf hin, dass solche Innovationen sowohl den Ertrag als auch den Zuckergehalt steigern könnten – eine Entlastung für die kämpfenden Produzenten.
Trotz der Schwierigkeiten sieht Feldmann die Zuckerrübe weiterhin als wichtige Kulturpflanze. Ohne besseren Unkrautschutz und Krankheitsmanagement jedoch drohen viele Felder kaum noch kostendeckend zu wirtschaften. Der Verlust älterer Herbizide und die zunehmende Resistenz der Schädlinge verschärfen die Lage zusätzlich.
Der Rückgang im Rübenanbau unterstreicht den dringenden Bedarf an zuverlässigen Schutzmethoden. Neue Mittel wie Rinpode zeigen Potenzial, die Erträge zu steigern, doch breitere Marktdruckfaktoren und Handelspolitik prägen weiterhin die Zukunft der Branche. Fürs Erste müssen die Landwirte Innovation und Kosten im Gleichgewicht halten, um ihre Kulturen wettbewerbsfähig zu halten.






