Willicher Eltern kämpfen um ihre Kitas: "Kleine Füße brauchen kurze Wege"
Ivan SchachtWillicher Eltern kämpfen um ihre Kitas: "Kleine Füße brauchen kurze Wege"
Eltern in Willich wehren sich gegen Kürzungen bei der Kinderbetreuung
In Willich formiert sich Widerstand gegen den Abbau lokaler Betreuungsangebote. Zwei geplante Kitas wurden gestrichen – für viele Familien bedeutet das längere Wege und weniger Plätze. Unter dem Motto "Kleine Füße, kurze Wege" fordert eine neue Kampagne nun besseren Zugang zu wohnortnaher Betreuung.
Die Stadt hatte die beiden Neubauprojekte wegen rückläufiger Anmeldungen und knapper Haushaltsmittel gestoppt. Innerhalb von fünf Jahren sank die Zahl der in Willicher Kitas angemeldeten Kinder von etwa 2.800 auf 2.400 – ein Rückgang um 14 Prozent. Als Gründe nennen die Verantwortlichen sinkende Geburtenraten, den Ausbau der Offenen Ganztagsschule an Grundschulen sowie die finanzielle Belastung durch Inflation und Energiekosten.
Einziges verbleibendes kommunales Vorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof, wohin die Kita Alperof verlegt werden soll. Doch die Einbindung eines externen Investors wirft Fragen auf: Wer finanziert das Projekt – und bleibt es eine rein städtische Einrichtung?
Eltern und der Förderverein der Kita Alperof hatten sich bereits am 6. März in einem Schreiben an Bürgermeister Pakusch gewandt, erhalten aber bis heute keine Antwort. Nun folgte ein zweiter offener Brief, in dem sie die städtischen Angaben zu längeren Fahrzeiten infrage stellen. Die Kampagne betont, wie wichtig verlässliche, wohnortnahe Betreuung ist – um Familien zu entlasten und den Zugang zu früher Bildung zu sichern.
Zudem luden die Initiatoren den Bürgermeister zu direkten Gesprächen ein, um nachhaltige Lösungen zu finden, bevor weitere Kürzungen greifen.
Die Aktion spiegelt die wachsende Verärgerung über Betreuungsengpässe und intransparente Finanzierung wider. Mit nur noch einer geplanten neuen Einrichtung blicken viele Familien unsicher in die Zukunft. Die Eltern fordern weiterhin klare Antworten – und ein Bekenntnis dazu, dass Kinderbetreuung vor der Haustür bleiben muss.






