Willich streitet über höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte – Eltern protestieren
Angelo ReuterWillich streitet über höhere Kita-Gebühren und Geschwisterrabatte – Eltern protestieren
In Willich ist eine hitzige Debatte über Kinderbetreuungsgebühren entbrannt, während die Stadt nach Wegen sucht, den Haushaltsdruck zu verringern. Geplante Änderungen bei Geschwisterrabatten und Gebührenanpassungen haben bei Eltern und politischen Gruppen gleichermaßen Widerstand ausgelöst. Die Vorschläge zielen zwar auf zusätzliche Einnahmen ab, doch viele Familien fühlen sich dadurch verärgert.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat eine Überprüfung der Elternbeiträge angeordnet; Änderungen sollen bis zum 28. April vorgelegt werden. Die CDU brachte einen Plan ein, neue Geschwistergebühren für Kitas, Hortbetreuung und Tagespflege einzuführen. Bürgermeister Christian Pakusch präzisierte später, es gehe um Anpassungen der Geschwisterbeitragsregeln und eine Deckelung der Gebührenerhöhungen – nicht um eine vollständige Streichung der Geschwisterrabatte.
Eltern in Willich klagen seit Langem über Personalmangel in Betreuungseinrichtungen und unerwartete Schließungen. Die jüngsten Pläne vertiefen ihre Frustration nur noch. Marlene Mendes, eine Anratherin, äußerte sich empört über mögliche Gebührenerhöhungen und die Abschaffung von Geschwisterrabatten und nannte die Pläne unfair.
Auch aus politischen und Interessenkreisen gibt es Widerstand. SPD-Sprecher Dietmar Winkels argumentierte, die Stadt dürfe ihr Haushaltsdefizit nicht auf dem Rücken der Familien ausgleichen. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) lehnte sowohl die Geschwistergebühren als auch die geplanten Erhöhungen kategorisch ab.
Die finanzielle Notlage der Stadt zwingt die Verantwortlichen, nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Ziel ist es, durch Kürzungen bei Geschwisterbefreiungen 500.000 Euro und durch eine Begrenzung dynamischer Gebührenanpassungen auf drei Prozent weitere 100.000 Euro einzunehmen. Doch trotz laufender Diskussionen berichten Eltern, dass sich die Betreuungsqualität nicht spürbar verbessert habe.
Die Überprüfung der Gebühren soll bis Ende April abgeschlossen sein; mögliche Änderungen würden Hunderte Familien betreffen. Falls genehmigt, würden die Anpassungen dringend benötigte Mittel für die Stadt beschaffen – könnten aber Haushalte, die bereits mit hohen Betreuungskosten kämpfen, zusätzlich belasten. Das Ergebnis wird zeigen, ob Willich seinen Haushalt sanieren kann, ohne die Unzufriedenheit der Eltern weiter zu verstärken.






