Wiesbaden ändert Schlusswagen-Tradition nach Markenstreit mit Mainz
Ivan SchachtWiesbaden ändert Schlusswagen-Tradition nach Markenstreit mit Mainz
Eine langjährige Karnevalstradition hat einen Rechtsstreit zwischen Mainz und Wiesbaden ausgelöst. Im Mittelpunkt steht der Name des letzten Motivwagens beim Wiesbadener Umzug, den Mainz für sich beansprucht. Nach Jahren mit einer entenförmigen Figur müssen die Veranstalter in Wiesbaden nun sowohl den Namen als auch das Design ändern, um weitere Konflikte zu vermeiden.
Jahrzehntelang prägten große Abschlussfiguren den Mainzer Rosenmontagszug – bis in die 1980er-Jahre hinein. Seitdem sind solche aufwendigen Darstellungen selten geworden und tauchten nur noch vereinzelt 2004 und 2019 auf. Wiesbaden hingegen hat seine Tradition lebendig gehalten und beendet seit 1959 jeden Umzug mit einem markanten Schlusswagen.
Der Wagen, traditionell Zugen(d)te genannt, zeigt seit etwa 20 Jahren eine Ente. Doch der Begriff ist in Mainz markenrechtlich geschützt, was zu rechtlichen Bedenken führte. Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, reichte offiziell Beschwerde gegen die Verwendung des Namens durch Wiesbaden ein.
Als Reaktion entfernte Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der Wagenbau-Gruppe Dacho, die Beschriftung. Dabei stellte sich heraus, dass die Figur eher einer Gans als einer Ente ähnelte. Daraufhin wird der Schlusswagen künftig Gans am End heißen – "Gans am Ende" – und beendet damit den Namensstreit, wenn auch mit einer Veränderung der bekannten Tradition.
Die Änderung bedeutet, dass der Wiesbadener Umzug seine Abschlussfigur behält, wenn auch unter neuem Namen und Design. Mainz behält seine Marke, während die Wiesbadener Veranstalter weitere juristische Auseinandersetzungen vermeiden. Die Lösung bewahrt so die Karnevalstraditionen beider Städte – wenn auch mit einer kleinen Wendung.






