Wie Joseph Beuys postum die DDR eroberte – eine späte Anerkennung
Kunigunde SegebahnWie Joseph Beuys postum die DDR eroberte – eine späte Anerkennung
Nach Beuys – Eine Hommage
Der Werkstatt-Zyklus "Nach Beuys" in der Galerie Eigen+Art wurde als "Gegenentwurf" zum Versuch verstanden, Joseph Beuys vom "Ballast des erweiterten Kunstbegriffs" zu befreien.
- September 2012
Unterhaltung, Popkultur
1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys. Die Schau fand Jahre nach dem Tod des Künstlers statt und markierte eine seltene kulturelle Öffnung in der DDR. Kuratiert von Matthias Flügge, präsentierte sie 216 Exponate aus der Sammlung van der Grinten.
Jahre lang war Joseph Beuys in der DDR als "unerwünschte Person" nach den sozialistischen Kulturrichtlinien eingestuft worden. Sein Werk blieb von offiziellen Ausstellungsorten weitgehend ausgeschlossen – bis 1986 Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, nach Beuys’ Tod öffentlich dessen Bedeutung anerkannte.
Die Ausstellung lief vier Monate lang an zwei Standorten. Sie bot einen seltenen Einblick in Beuys’ Einfluss in einem Land, das sein Schaffen lange abgelehnt hatte. Gleichzeitig stand das Ereignis für eine kurze, aber bemerkenswerte Lockerung der kulturellen Restriktionen in der DDR.






